Die Leiden des jungen Meisters

Februar 8, 2010 by admin  
Filed under Spiele, VfL Wolfsburg

Die Stimmung könnte fast nicht gedämpfter sein in Wolfsburg als sie derzeit ist. Die Meisterschaft aus dem letzten Mai scheint schon Jahre her zu sein. Die Abstiegskämpfe 2006 und 2007 sind schon längst vergessen und verdaut. Nach dem 9. sieglosen Spiel in Folge herrscht Untergangsstimmung beim VfL.

Das Warten auf den Befreiungsschlag

Gegen Bayern darf man verlieren, auch zuhause, auch als amtierender Meister. Doch die Vorstellung am Samstag ließ tief blicken. Da liegt doch vieles im Argen was ein ausgetauschtes Trainerteam alleine nicht verantworten kann.

Jetzt geht es gegen zum derzeitigen ungeschlagenen Spitzenreiter Leverkusen und dann kommt Messias Meistermacher Magic Magath zurück nach Wolfsburg. Man kann sich nicht vorstellen das man hier viel erwarten kann. Man hat eher das Gefühl das man selbst in allen ausstehenden Bundesligaspielen bei Freebet-Anbietern die höhere und damit unwahrscheinlichere Siegquote haben wird.

Man hofft das ein vielleicht überraschender Erfolg, einer ganz ohne Nackenschlag wie zuletzt in Hamburg dem Team wieder auftrieb geben kann. Die Hoffnung bleibt, die Angst vor dem Totalabsturz allerdings auch.

Das Warten auf den neuen Trainer

Mögliche neue Trainer die derzeit in den Gazetten kursieren werden sich ihren möglichen Arbeitsplatz ganz genau ansehen und überlegen ob sie das Ruder im nächsten Jahr hoffentlich noch in der ersten Bundesliga rumreißen können.

Doch derzeit wird sich wohl kaum ein Trainer diese Aufgabe zutrauen. Selbst ein Outing mit einem Konzept in der Tasche wird man sich nicht trauen. Zwar könnte es sich der VfL leisten einen neuerlichen Neuanfang zu wagen, doch das dieser schnell Früchte tragen wird ist wohl unwahrscheinlich. Die Kritiker in Wolfsburg werden immer kritischer, die Ungeduld schlägt immer schneller in Nervosität um doch die Misserfolge schlagen nicht in Erfolgserlebnisse um. All das macht das Pflaster Wolfsburg immer noch zu dem wohl schwierigsten Bundesligastandort für einen Trainer in Deutschland. Nach Felix im Wunderland ist das grünweiße Schlaraffenland etwas ausgemergelt. Die Saat wurde bestellt und wird demnächst hoffentlich ausgesät, doch bei diesem harten Winter und gefrorenen Böden schlagen Keime nur schlecht an.

Eine große Chance in der großen Krise

Januar 27, 2010 by admin  
Filed under Jugendarbeit, VfL Wolfsburg

Nun haben auch in Wolfsburg wieder die normalen Gesetzmäßigkeiten des Fußballs gegriffen. Misserfolg – Trainer weg. Nach der Meisterschaft im Mai hat man solche Sachen ja fast nicht mehr für nötig gehalten. Über die Gründe wurde woanders schon ausführlich geschrieben.

Dennoch hat der VfL jetzt eine riesige Chance dass zu erreichen was man in Wolfsburg schon seit Jahren versucht und was selbst die Meisterschaft nur teilweise geschafft hat, nämlich Sympathiepunkte sammeln. Damit meine ich nicht Fans anderer Vereine umzupolen, sondern Antipathien aufzubrechen und ein wenig “normaler” zu werden. Das was ich mit meinem Blog versuche (Vorurteile zu lösen) kann dem VfL auch jetzt gelingen. Wie das gehen soll?

Eine Vision könnte so aussehen: Wir haben nun unseren Amateur-Trainer Lorenz-Günther Köstner (wie heißt es so schön?) “interimsweise” als Cheftrainer befördert. Es wäre nicht das erste mal dass ein Interimstrainer zur Dauerlösung geworden ist. Aber diese untypische Vorgehensweise ist immer noch sehr selten und würde wenn er denn erfolgreich sein sollte, etwas menschlicher und sympathischer erscheinen. Wenn Köstner dann noch ein paar seiner jungen Wilden aus der Regionalliga-Mannschaft befördern würde und damit Erfolg hat, diese dann auch noch deutsche Jungs sind, und man so neue “Stars” gebären könnte, wäre der Effekt kaum anders.

Von der sehr erfolgreichen Jugendarbeit in Wolfsburg wird in Fachkreisen oft gesprochen, jedoch kam diese Arbeit äußerst selten in der Bundesliga an. Somit blieb die Wolfsburger Jugend mehr oder minder von der großen Öffentlichkeit unbemerkt. In Wolfsburg selbst wartet man schon lange auf den Tag an dem wir den Wolfsburger “Podolski” präsentieren. Mit dem neuen Manager Dieter Hoeness, der sich immer schon stark für Jugendförderung einsetzte und in der jetzigen Notlage mit dem Amateur-und-Profi-Chef Köstner am Steuer, könnte es nun soweit sein.

Unsere zweite Mannschaft leistet derzeit grandiose Dinge, die A-Jugend und B-Jugend gehört zu den besten des Landes, es wäre jetzt an der Zeit ein Zeichen zu setzen, den Jungs Chancen zu geben und als netten Nebeneffekt die “jungen Wilden von Wolfsburg” berühmt zu machen.

Die wenigen Fehler des Armin Veh

Januar 18, 2010 by admin  
Filed under Fans, VfL Wolfsburg

Es gibt in bei jedem Club immer mehrere Arten von Fans, eine der größten Fangruppen sind sowohl in Wolfsburg als auch woanders die Fans, die sich nur am Rande um so Dinge wie taktische Ausrichtung und Team-Philosophie Gedanken machen. Sie wollen ihrem Team eigentlich nur zusehen, mitfiebern und am Besten am Ende noch feiern. Ich bin überzeugt das der Anteil solcher Fans in sämtlichen Stadien am höchsten ist. Eben auch in Wolfsburg. Und so wie überall so wird man auch in Wolfsburg als Teil solcher Fangruppen einzelne Aussagen besonders aufschnappen und nicht mehr vergessen. Sie manifestieren sich im eigenen Gedankengut und lassen sich wirklich prima mit der eigenen Logik die möglich plausibel verpackt wurde erklären. Diese Aussagen, sei es von den Medien, anderen Fans oder vielleicht auch von Spielern haben eine große Wirkung. Und so kommen wir zu dem meiner Meinung nach wenigen Fehlern die unser Trainer Armin Veh gemacht hat.

Den größten Fehler hat er vor dem ersten Spiel gemacht. Er hat immer wieder betont das man das System der Meistermannschaft umstellen müsse, da die Gegner mittlerweile wüssten wie der VfL spielt. Das war aus zwei Gründen kontraproduktiv.

Grund 1: Der Gegner hat diese Interviews auch wahrgenommen, und zumindest die ersten Gegner konnten sich dann schon auf einen VfL einstellen der noch in einer Findungsphase ist und so die Schwächen klar aufdecken und nutzen.

Grund 2: In der von mir oben beschriebenen Fan-Gruppe kann eine solche Aussage Unverständnis hervorrufen, wenn dann am Ende die Ergebnisse nicht stimmen, schallen diese Aussagen noch lange in den Ohren der unzufriedenen Fans. “Wie kann der nur das System umstellen”, “Es hat doch vorher auch geklappt”, “Das alte System war viel besser, warum macht der alles kaputt”, etc. Hätte Armin Veh diesen Satz nie gesagt, hätte ein großer Teil der Fans den Unterschied niemals gemerkt und die Schuld läge dann für die Öffentlichkeit nicht mehr so klar beim Trainer.

Über die Notwendigkeit dieser Umstellung gibt es keinen Zweifel, die genauen Gründe hier aufzuführen würde zu weit führen, lassen sich aber an anderer Stelle nachlesen. Nur wie gesagt, eine Umstellung im Stillen wäre sinnvoller gewesen. Die Spieler setzen ihre Möglichkeiten derzeit nicht optimal um, das sie es aber können lassen sie immer wieder durchblicken. Ganz aktuell sei mal an die 78. Minute des Spiels in Stuttgart erinnert.

Wobei ich eingestehen muss, das ein Armin Veh, alleine mit seinem Namen schon her Nachteile in Wolfsburg hatte. Es ist natürlich schwer nach einem Felix Magath an den Start zu gehen.

Ein weiterer der wenigen Fehler war einer den 1 Jahr zuvor auch von Felix Magath begannen wurde. Er hat die Abwehr durchgemischt und experimentiert. Die Einsätze der Innenverteidiger in der vergangenen Hinrunde gleichen fast genau den Einsätzen aus dem Jahr zuvor unter Magath. Magath und Veh kamen nach 17 Spielen Experiment auf das selbe Ergebnis. Das hätte sich Veh schenken können. Andererseits wäre ihm ein Festhalten an einem Innenverteidigerpaar auch vorgeworfen worden.

Beliebter Kritikpunkt des Anti-Veh-Lagers ist die fehlende Fitness und Ausdauer. Wie unter Magath haben wir jedoch am Ende noch immer etwas zuzusetzen. Die Tabelle der letzen Viertelstunde führt der VfL sogar an.

Veh wird sogar jegliches Wissen und Können von Fans der oberen Kategorie vorgeworfen. Noch mal erinnert: Menschen mit laienhaften Fußballwissen (damit ist nicht die Erfahrung des Fußballschauens oder des Fanseins gemeint) werfen einem in Fach- und Kollegenkreisen anerkannten und geschätzten Trainer mangelndes Know-How vor. Aber wenn sie es Armin Veh vorwerfen, dann werfen sie es auch Alfons Higl und Achim Sarstedt vor. Alles Nichtskönner die ihre Karriere dem Weihnachtsmann zu verdanken haben? Welch naiver Gedanke. Ich empfehle sich mit der Vita der Personen auseinanderzusetzen.

Veh wird sicher noch den ein oder anderen Fehler mehr gemacht haben, aber wo sind wir denn das wir anmaßen wollen Leute an den Verein zu binden die keine Fehler machen? Sowas gibt es nicht.

Jetzt mit Dieter Hoeness (manche Sagen auch er habe keine Ahnung), haben wir erstmals einen Menschen im Verein der wirklich nachhaltige Strukturen aufbauen kann. Magath hatte ja immer betont eher Trainer sein zu wollen, somit war der Abschied eigentlich schon beschlossen. Hoeness kann Strukturen schaffen, den nächsten Schritt einläuten. Schritte die eine solche schwächere Saison wie die aktuelle verschmerzbarer machen können und eben zur Seltenheit werden lassen können. Armin Veh wird ihm dabei helfen.

VfL Wolfsburg – Hoeness, Hitze, Hilfe

Januar 6, 2010 by admin  
Filed under VfL Wolfsburg

In der Winterpause 2009/2010 geht es rund beim VfL Wolfsburg. Erst war Magath und die Meisterschaft das große Thema beim VfL. Jetzt hat man eine personelle Entscheidung getroffen die von diesem Thema ablenkt. Dieter Hoeness ist der große Macher beim VfL.
Machtverlust für Armin Veh! So konnte man es in den großen Gazetten lesen. Da bringt es auch nicht das vehement (schönes Wortspiel) das Gegenteil betont wird. Dieser angebliche Machtverlust wird dem armen Armin noch ewig nachhängen.

Ebenso wie die sehr ungewöhnliche Trainingsreise. Als erster Bundesligist überhaupt hat der VfL ein Trainingslager in Südafrika abgehalten. Sponsor VW bat darum. So kam es zum Rückspiel gegen Moroka Swallows. Jenen südafrikanischen Pokalsieger der 2007 In Celle gegen den VfL Wolfsburg gewonnen hatte. Die Revanche glückte mit einem nicht ansehnlichen 2:1 Sieg. Ansehnlich dagegen war der soziale Aspekt der Reise. In einem Township von Port Elisabeth (hier betreibt Volkswagen seit 60 Jahren ein Werk) kümmerten sich die Spieler des VfL Wolfsburg um die Kinder. Es wurde trainiert, Tipps gegeben, Pläuschchen gehalten und gespendet. Man wird sich dort nun einen neuen Bus kaufen und vieles andere mehr. Die Reise in die Armenviertel hat bei den Spielern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Man wird sich intern sicher noch für weitere Spenden stark machen.

So bleibt zu hoffen das diese außergewöhnliche Pause und die Befreiung von Magath’s Schatten und der gleichzeitig verteilten Last auf die Doppelspitze Namens “Vehness” zu einer außergewöhnlichen Rückrunde führt. In wenigen Tagen geht es los

VfL Wolfsburg: Bilanz, Gedanken, Trainerdiskussion?

Dezember 18, 2009 by admin  
Filed under Fans, VfL Wolfsburg

Ein zugegebenermaßen extrem langer Antwort-Text auf den Offenen Brief mancher Fans an den Aufsichtsrat des VfL Wolfsburg kommt von einem User des offiziellen Forums. Es ist interessant zu sehen auf welcher vernünftigen Ebene Fußball-Fans kontrovers diskutieren können. Daher will ich meinen Lesern nicht nur die eine Seite, sondern auch beide Seiten zur Meinungsbildung demonstrieren

FFUCHS schreibt:

Glas halb voll oder halb leer? Egal! Finger weg von meinem Bier!
Der VfL Wolfsburg als Meister im Mittelmaß der Tabelle und damit am Scheideweg?! Besonders auf den Trainer prasselt die Kritik ein und die Vorwürfe sind vielfältigster Natur. Er steht mehr oder weniger allein im Mittelpunkt der Fan-Wut. Hat er das verdient? Was macht die Krise beim Meister aus? Meine teils abschweifenden Gedanken dazu…

Tja, was kann man von dieser Mannschaft noch erwarten?! Kann es schlimmer kommen?! Im Kollektiv schafft’s der VfL momentan so aufzutreten, dass man leicht erkennt: ein Kollektiv gibt’s offensichtlich gar nicht mehr! Und Armin Veh, zwar erst in dieser Saison gekommen, wirkt genauso wie ein Einzelkämpfer wie neuerdings unsere Torjäger Dzeko und Grafite! Einen Sündenbock suchen? Machen wir es uns einfach: schuld ist doch eh immer der Trainer! Dass dieser den wohl schwersten Job in der Bundesliga angetreten ist, interessiert uns erstmal nicht. Picken wir uns zunächst seine Fehler heraus…

…und beginnen ganz von vorne: 2:0 gegen Stuttgart gewonnen! Fast alle sind weiter glückselig. Fachkundige Kritiker bemerken schon damals: im defensiven Mittelfeld stand beim VfL Polen offen! Karim Ziani, sicherlich einer der ballsichersten Spieler in unserem ganzen Kader, funktioniert offenbar nur offensiv. Und das Duo Gentner/Schäfer weiß auch nicht so recht, was es nun machen soll. Gentner positioniert sich weiter vorne, Schäfer fehlt dafür weiter hinten der „Spielkamerad“, um sich von hinten heraus bis auf die Grundlinie zu kombinieren. Der irrt auf seiner Seite umher, während der Kollege nicht weiß, ob er den Doppelpass suchen oder in die Mitte ziehen soll. Ein Glück, dass Stuttgarts neuer Heilsbringer im Mittelfeld (also Hleb) nicht fit wie ein Schatten seiner selbst agiert und der VfB letztlich kopflos die ihm gebotenen Räume „wegwirft“. Wolfsburger Ballverluste folgen so nur Stuttgarter Ballverluste. Insbesondere Josué, alleingelassen vor der Wolfsburger Abwehr, wird ein Stein vom Herzen gefallen sein. Ein ganz ähnliches Bild erleben wir im nächsten Spiel in Köln. Ein bisschen mehr Engagement und die größere individuelle Klasse, die wir zweifelsfrei gegenüber solchen Gegnern besitzen (auch wenn wir ganz sich nicht das Spielermaterial haben, wie es sich manche Anhänger nach dem Titel einbilden), reichen schließlich aus, um das Spiel gegen schwache und statische Kölner zu drehen. Am Ende war’s nicht schön, doch abgezockt. Und laut jubelnder Presse zeichnet genau das Spitzenmannschaften aus!

Stopp! Lassen wir uns das mal auf der Zunge zergehen: „Spitzenmannschaft…“ Mmmh, lecker! Also wenn der VfL wirklich mal „Spitze“ war, war das ganz sicher im letzten Jahr! Mit Titel, Glanz und Gloria! Klar, unsere Offensivabteilung hatte eine überragende Quote! Über 30 % der Torchancen konnte man verwerten… – die Vorstellung eines solchen Werts galt zuvor als Utopie! Aber traten wir jemals „abgezockt“ auf?! Und gemeint ist jene Abgezocktheit, die man glatt mit einer gewissen spielerischen Arroganz verwechseln kann? Gepaart mit dem Vertrauen in die eigene Stärke und in die Selbstverständlichkeit, dass auch an schlechten Tagen alles gut werde? Umschrieben als „Bayern-Gen“? Nee, in diesem Sinne präsentierte sich der VfL selten „abgezockt“, dafür aber äußerst diszipliniert, geduldig und effizient… – ganz wie von Übungsleiter Magath gefordert. Safety comes first. Und so kennen wir Magath. Deshalb haben sie ihn in München trotz Double-Double wegen unattraktiven Spiels vom Hof gejagt. Und man will fast von Phrasendreschen sprechen, wenn Magath heute in Gelsenkirchen erklärt, Schalke habe „…noch Probleme, das Spiel zu machen.“ Sei’s drum. Der Erfolg gibt ihm trotzdem recht.

Wer hinten sicher steht und vorne seine wenigen Tormöglichkeiten nutzt, hat gute Chancen, Spiele zu gewinnen. Dass ein errungener Meistertitel mit einer solchen Spielweise jedoch eine Seltenheit bleiben wird, ist ebenfalls unumstößlich. Genauso wie der Umstand, dass eine solche Trefferquote nicht zu erzwingen ist. Auch wenn manche Schlaumeier dies auf Magaths außergewöhnliches Torschusstraining zurückzuführen versuchen, sind und bleiben Talent und Selbstsicherheit nicht einfach so trainierbar. Und zweiter Punkt wächst im besten Fall mit Erfolgen, denn solche hinterlassen größere Spuren als jede Traineransprache. Leider gilt das auch für Misserfolge. Was also passiert, wenn vorne das Runde nicht mehr ins Eckige will? Klar, dank Stevens wissen wir: die Null muss stehen! Aber allein damit gewinnt man keine Meisterschaften, wenn man sich nicht gerade wie Italien durch einen K.O.-Wettbewerb zu rumpeln versteht. Tja, bei der WM gibt’s ab dem Achtelfinale halt in jedem Spiel einen Sieger, in der Bundesliga trittst du hingegen mit zu vielen Unentschieden wie in jedem anderen Ligawettbewerb auf der Stelle, wie es z.B. Dortmund im letzten Jahr erleben durfte. Der Ausweg: man muss Siege erzwingen können! Was braucht man für Siege? Tore! Also muss man Tore erzwingen können! Und das funktioniert nicht, wenn man durchgängig Safety comes first als oberstes Gebot gelten lässt.
Ohnehin muss man manchmal bereit sein, dass Spiel zu machen, wenn man es gewinnen will. Ein bekanntes Leid derer, die Woche für Woche als Favorit in ein Spiel gehen. Daher trat auch Veh bei uns an, einen auf Dominanz ausgerichteten Fußball spielen zu lassen. Die zugrundeliegende Erkenntnis ist richtig! Große Mannschaften machen halt die wichtigen Tore! Und schließlich haben Manchester Utd., Barcelona, Chelsea, Real, Milan, Inter und Juventus auch die nötige individuelle Klasse, um sich die nötigen Treffer in Regelmäßigkeit zu erzwingen. Dafür kaufen sie sich die teuersten Fußballer der Welt. Böse Zungen behaupten dann: „Ach, solche Mannschaften trainieren sich selbst.“ Naja, gar nicht so abwegig. Schließlich interessiert es im Nachhinein niemanden, wie schlecht du als Mannschaft gespielt hast, wenn dein Superstar C. Ronaldo schließlich fünf Gegenspieler im Alleingang vernascht, um das entscheidende Tor zu markieren. Dumm: Wolfsburg hat keine Riberys, Ronaldos und Messis. Vergleiche mit solchen Vereinen sind daher auch nicht fair. Das Ziel ist aber das Selbe: irgendwie muss man die Tore erzwingen! Nur müssen wir ganz bescheiden über das Kollektiv kommen! Wenn ich höre, Real hätte eine Strategie, der stets die Trainer zu folgen hätten… – ja, die Strategie ist bekannt: die besten Offensivfußballer planlos holen und Spektakel bieten! Siege gibt’s dann automatisch. Letztlich gilt jedoch trotzdem: Mannschaften, die sich dauerhaft oben halten, spielen offensiv und dominant!

Wer also behauptet, Veh hätte ein „funktionierendes System“ nicht ändern sollen, beschäftigt sich nicht eingehend mit dem Fußball an sich. Und der schaut auch ganz gewiss nicht über den Tellerrand! Gegenbeispiele wie unser eigener Titelgewinn wird es immer geben, die Regelmäßigkeit stellen solche Geschichten aber nicht da! Und man sollte sich auch nicht von den tollen Resultaten einzelner Spiele blenden lassen. Bei 5:0 in Hannover und 5:1 gegen Bremen trafen wir jeweils in den ersten 20 Minuten der Partie mit jedem Schuss! Beim 4:0 gegen Hoffenheim kreierte man kaum Chancen, bis ein Pressschlag mit dem Gegner eine Kerze zur Folge hatte, die im 16er genau auf Dzekos Fuß landete. Ähnlich glücklich gestalteten sich viele Spielverläufe im letzten Jahr. Wer glaubt, solche Sachen seien trainierbar, träumt. Daher will ich auch noch mal betonen: Vehs Zielsetzung, das Spiel des VfL weg vom Konterfußball weiterzuentwickeln und ein dominant aufspielendes Team zu formen, war richtig! Allein die Umsetzung ging bislang schief. Weiter in der Chronologie…

…schließlich folgte der erste richtige Dämpfer mit dem 2:4 gegen den HSV. Und erstmals wurden die Schwachstellen erbarmungslos aufgezeigt. Hamburg Doppelsechs aus Jarolim und Zé Roberto gewann mit Leichtigkeit die Bälle, hatte alle Freiräume sie durchs Mittelfeld nach vorne teils bis in den 16er zu tragen… – und Elia, Guerrero und später Castelen waren für uns eh stets zu schnell. Josué stand im defensiven Mittelfeld völlig überfordert auf verlorenem Posten. Am Ende stand schließlich die Erkenntnis: man hat nicht nur verloren, sondern war dem Gegner schlichtweg nicht gewachsen. Daran sollte auch die zwischenzeitliche Aufholjagd nichts ändern, die bestenfalls als Ergebniskorrektur verstanden werden konnte. Übermäßige Kritik aus der Presse gab’s auch noch nicht, schließlich hätten ja „zwei Mannschaften tollen Fußball geboten“. Aber genau hingucken tut die schreibende Zunft in Deutschland eh nicht mehr. Ein Systemfehler Vehs? Wenn man die Eindrücke der vorangegangenen siegreichen Spiele bedenkt: Ja! Der einzige Grund für die Klatsche und den harten Aufprall auf dem Boden der Realität? Mitnichten!
Letztlich war es doch erschreckend, wie leicht die Bälle verloren wurden. Misimovic, trotz eigensinniger Spielweise in dieser Phase der Saison hochgelobt, hielt den Ball wie in vielen Spielen in der Folge oftmals unerträglich lange. Genauso Gentner, der zudem ständig in die Mitte zog. Misimovic’ Zuspiele in die Spitzen galten bestenfalls „Bruder“ Dzeko, auch wenn dieser in ungünstigerer Position als seine Mitspieler stand. Das Laufspiel ohne Ball: mangelhaft! Doppelpässe: Fehlanzeige! Flankenläufe: kläglich! Bevor Schäfer schließlich den Ball in den 16er brachte (wenn sich die Flanke überhaupt annährend im Zielbereich einfand), gingen dem sicherlich drei unnötige Haken voraus. Dzeko und Grafite bekamen keine Zuspiele. Doofe Ballverluste durch dumme Dribblings und sonstige Schlampigkeiten: keine Seltenheit! Alles eine Frage des Systems? Laut einigen Kritikern sei unsere Mannschaft zu Vehs Kurzpassspiel gezwungen, obwohl die Spieler dies gar nicht beherrschen würden. Und Hütchen im Training, genutzt um das Feld zu begrenzen, rechtfertigen die Annahme, Flankenläufe wie unter Magath seien künftig ganz verboten. Das ist natürlich Quatsch, heute wissen wir: der VfL ist immer noch einer der Bundesligisten, der die meisten Flanken schlägt! Dummerweise schlagen unsere Spieler in dieser Saison auch in einer Fülle ganze besonders schlechte Flanken. Außerdem: einen Querpass über fünf Meter, eine vernünftige Flanke, eine einfache Ballannahme… – zumindest dies sollte man von einem Fußballprofi erwarten können! Nicht nur beim deutschen Meister. Und dass bei einer Umstellung auf eine neue Spielweise alles sofort klappt, konnte niemand erwarten. Der Wille sollte jedoch erkennbar sein!
Neben den einfachsten fußballerischen Fähigkeiten muss man schließlich einen weiteren elementaren Faktor voraussetzen dürfen: das nötige Engagement, d.h. die Laufbereitschaft und die Bereitschaft, Fehler auszubügeln! Das ist keine Frage des Systems! Gleiches gilt für die nötige Zweikampfhärte. Dass die Mannschaft schließlich Probleme hatte, Vehs Vorgaben umzusetzen, war offenkundig. Aber hat sie es auch mit aller Entschlossenheit versucht?! Kaum zu glauben, wenn man sich die Leichtigkeit vor Augen führt, mit welcher die neuen HSV-Stars an unseren Leuten vorbeigegangen sind. Sich wehren? Das sieht anders aus. Als der HSV den VfL ins Spiel kommen ließ, schien die Partie längst entschieden. Der überraschende 2:2-Zwischenstand ließ den Gegner jedoch wieder aufwachen, der es schließlich leicht hatte, den Sieg zu erzwingen. Nein, man hat sich nicht abschlachten lassen. Nein, man hat die Arbeit nicht gänzlich verweigert. Aber die allerletzte Konsequenz, mit welcher man im Vorjahr dem Titel nachging, war schon zu Saisonbeginn keinesfalls zu erkennen. Vielmehr empfand man das Auftreten des VfL Wolfsburg als arrogant, leichtfertig und… ja… „abgezockt“. Wobei sich die Mannschaft mit ihrem Auftreten genauso „verzockt“ hat, wie der neue Coach bei seinen anfangs offensichtlich zu radikalen Änderungen hinsichtlich System und Taktik. ‚Gut gemeint’ ist das Gegenteil von ‚gut gemacht’. Dass auch unsere Jungs auf dem grünen Rasen vielleicht doch nicht 100 % gegeben haben, lässt sich leicht erahnen, wenn man den allgemeinen Tenor nach der Niederlage bedenkt: „Irgendwann musste man ja mal wieder zu Hause verlieren…“ Ach, na dann. Alles halb so schlimm…

Immerhin war Besserung tatsächlich in Sicht, auch wenn dies die chronischen Nörgler nicht wahrhaben wollen. Nach einer Niederlage kann ja nichts ‚gut’ oder zumindest ‚verbessert’ gewesen sein, oder?! Wenn man etwas genauer hinguckt und die Schwarzweißmalerei unterlässt: doch! Aber geben wir zunächst die bitterste Erkenntnis beim 0:3 in München zu Protokoll: das war ein – leider wie gewohnt – über weite Strecken mutloser Auftritt bei den ehemals großen Bayern, am Ende setzte es eine verdiente Niederlage! Punkt! Aber der Auftritt konnte auch ein bisschen Mut machen, denn die haarsträubenden Riesenlöcher, die sich noch der HSV zu Nutze machen konnte und die Stuttgart und Köln zumindest „angeboten“ wurden, gestattet man den Bayern so nicht. Auch weil Ziani erstmals aus der Mannschaft flog. Dass Nörgler bereits nach drei Spielen Veh anlasteten, nur seine Lieblinge aufzustellen, konnte man spätestens ab diesem Spieltag als Senf abtun. Also: defensiv stand man endlich ein bisschen besser! Dummerweise (ein Schelm, wer aufgrund dieser Formulierung einen Running Gag des Autors vermutet) war der für Ziani ins Team gerückte Dejagah offensiv ein Totalausfall, Santana als Josué-Vertreter überfordert und auch der Rest irgendwie wiederholt nicht gut. So konnte man auch aus der unter Magath erprobten Konterstellung keine Glanzlichter erwarten. Dass Bayern nach Schweinsteigers Kopfball ans Lattenkreuz bereits seine zweite Torchance zur Führung nutzen konnte, machte schließlich die guten Vorsätze eh zunichte. Dummerweise fiel der nach einer Ecke abgewehrte Ball dem schussbereiten Altintop vor die Füße. Benaglios Abpraller landete wiederum ganz dumm Gomez vor den Füßen. Dumm gelaufen.
Genauso dumm lief es schließlich auf der anderen Seite! Nach schwacher erster Halbzeit kämpfte sich der VfL mit Verspätung in die Partie, war gegen krisengeschüttelte Bayern am Drücker, vergab in persona von Dzeko die ganz dicke Möglichkeit zum Ausgleich… – und erfuhr schließlich, warum Bayerns Tempodribbler Ribery und Robben das Spektakulärste sind, was die Liga in diesem Jahr zu bieten hat. Schwach gespielt. Ausgekontert. 0:3 verloren. Mund abwischen!

Folgen sollte im nächsten Ligaspiel der erste Richtungszeig! Und gegen einen formstarken Gegner aus Leverkusen mühte man sich redlich, bis erneut ein Abstauber nach einer Ecke das Ende aller Herrlichkeit zur Folge hatte! Das 0:1 und Benaglios umstrittener Platzverweis führten schließlich zu einem Phänomen, das Wolfsburg lang Zeit nicht mehr erleben musste: die totale Verunsicherung! 30 Minuten war man den Leverkusenern ein Spielball. Alle Schwächen, die Vehs Spielanlage vor dem Bayern-Spiel offenbart hatte, wurden erneut ersichtlich. Und die individuellen Fehler bereiteten einem auch mit Hinblick auf die kommenden Aufgaben ein ganz mulmiges Gefühl. Die breite Brust der vergangen Saison war weg! Nach der Partie gegen den HSV hatte man erneut einem Gegner kaum etwas entgegen zu setzen. Es sprach vielleicht keiner aus, doch es war spätestens jetzt nicht nur den Gegnern klar: „Der Meister ist keine Übermannschaft! Wir VfLer können verlieren! Und unser Glück in brenzligen Situationen und mit den Schiedsrichterentscheidungen hält nicht ewig!“ Dennoch kehrte recht schnell wieder Wohlgefallen ein, denn gegen Hamburg, Bayern und Leverkusen „darf“ man schließlich verlieren. Und Pech hatte man schließlich auch. Dass man jedoch auch gegen mittelmäßige oder gar schwache Gegner Misserfolge nicht ausschließlich kann, wenn man zu sorglos agiert und seine Chancen nicht nutzt, zeigte das bittere Pokal-Aus in Köln. Man war überlegen, hatte genug dicke Tormöglichkeiten, Köln nutzte seine wenigen Möglichkeiten zudem konsequent… – aber das Weiterkommen verdient hatte man sich an diesem Abend irgendwie auch nicht. Denn richtig erfolgshungrig präsentierten sich unsere Wölfe auch dieses Mal nicht, während sich der Gegner nach Kräften wehrte.

Das Pokal-Aus – ein weiterer Nackenschlag, den die Mannschaft zu verdauen hatte. Und die ehemals breite Brust gewann der VfL auch durch Achtungserfolge auf Schalke, in der Champ.-League und in Hoffenheim nicht zurück. Wir wissen jetzt wieder: wir sind normalsterblich! Und nachdem man wiederholt frühen Rückständen in den folgenden Partien hinterherlaufen musste, konnte man am Ende auch nicht mehr auf seine starke Physis vertrauen. Ein Konditionsproblem? Für Schlaumeier offensichtlich, differenziertere Betrachter erkennen jedoch mehr. Wir erleben einen VfL, der in harten Zeiten viel mehr für Erfolge leisten muss! Rückstände wollen wettgemacht werden. Vehs Vorgaben erfordern mehr Laufarbeit und Konzentration. Und die Champ.-League, das höchste Ziel eines jeden Profis, stellt insbesondere mental eine Belastung dar! Nicht zufällig sahen wir gerade vor den Champ.-League-Begegnungen gegen die vermeintlich kleinen Gegner einen scheinbar sorglosen VfL, der bereitwillig Punkte verschenkte und den Kopf wohl ganz woanders hatte. Und mit Blick auf die Liga befindet sich das Saisonende gefühlt in unendlicher Ferne. Den Titel vor Augen präsentierte sich das Team hoch motiviert und fokussiert. Jetzt nicht mehr. Und dass dieses Phänomen auftreten würde, haben wohl 19 von 20 Experten vorhergesagt (sogar Lattek!). Nicht umsonst gestehen viele Veh zu, den schwersten Job angetreten zu sein. Dass Veh in jenen Spielen mit seinem Konzept gescheitert ist, ist nicht verwunderlich, wenn die für jedes Konzept erforderlichen Tugenden fehlen. Die Auftritte gegen Gladbach (trotz Sieg), Berlin, Mainz, Nürnberg und schließlich Dortmund waren so saft- und kraftlos, dass ich überzeugt bin, dass wir diese auch mit der Spielanlage des letzten Jahres nicht zwingend erfolgreicher bestritten hätten! Lässt du deinen Gegenspieler laufen und pennst, stellt sich die Frage nach dem System einfach nicht (zum System später aber noch ausführlich mehr).

Dass auch nicht jeder Spieler im Vollbesitz seiner Kräfte ist, mag durchaus stimmen. Ziani (sieht sich selbst nicht fit) und Martins (spielte lange verletzt) hängen hinterher. Kahlenberg war dauerverletzt. Aber auch unsere Helden aus der vergangen Spielzeit hängen durch! Und dies schon seit Saisonbeginn. Bei manchen ist die Formschwäche erklärbar. Zum Beispiel Schäfer, der Dauerrenner der vergangen 1,5 Jahre, verabschiedete sich verletzt in die Sommerpause, nahm trotzdem an Länderspielen teil und scheint nun in ein lange überfälliges Loch gefallen zu sein, das man ihm sogar zugestehen muss. Mir persönlich erschien er zu Saisonstart auch ein bisschen runder im Gesicht. Weniger nachvollziehbar sind schließlich u.a. die Formschwächen von Barzagli, Josué, Gentner und Grafite. Dabei scheint sich der Torjäger der vergangenen Runde selbst zu großem Druck auszusetzen! Weniger Zuspiele gibt’s zudem auch. Konnte er sich anfänglich darüber noch beklagen, muss man nun jedoch auch kritisch betrachten, was er mit den Bällen anfängt. Nett ausgedrückt: nicht viel. Dass der VfL nun weniger spritzig wirkt, ist jedoch nicht zwingend eine Frage der Kondition und Konzentration. Auch wenn Magath diese nicht nutzte, muss man nicht die Erkenntnisse der modernen Trainingslehre in Frage stellen. Laktatwerte sind nicht zu verachten. Und laut Veh ist seine Mannschaft körperlich grundsätzlich auf der Höhe. Das behaupten auch die Spieler gebetsmühlenartig selbst. Wie kommen manche Fans eigentlich dazu, dies in Frage zu stellen? Warum sollte man dem Trainer und den Spielern dies nicht glauben? Immerhin ist Veh ein Coach, der sich in der Vergangenheit durchaus damit einen Namen gemacht hat, fitte Mannschaften zu führen. Stuttgart startete in den letzten Jahren meist in der Rückrunde durch. Das waren nicht unbedingt Zufälle. Und auch die regelmäßigen Trainingskiebitze können sich sicherlich nur ein sehr eingeschränktes Bild machen, was Intensität und Umfang des Trainings betrifft. Und: Auch jetzt sind bei uns Fachleute am Werk! Und es begleitet wohl kein Außenstehender die Mannschaft rund um die Uhr. Letztlich drängt sich doch die These auf, dass die Mannschaft insbesondere im Kopf nicht „frisch“ ist. Wer schließlich Angst hat, Fehler zu machen, der zögert. Millisekunden. Und dass der VfL viel schlucken musste, was durchaus einen mentalen Knacks zur Folge haben kann, steht doch wohl außer Frage! Eine nicht belohnte Aufholjagd gegen den HSV, gegen Leverkusen, gegen Bayern, gegen Nürnberg und im Pokal gegen Köln! Dazu eine Niederlage in Manchester trotz gelobter Leistung, unglückliche Punktverluste in Bochum und gegen Freiburg aufgrund mangelnder Chancenauswertungen und folgenschwere Last-Minute-Gegentore gegen Mainz, Nürnberg und Bremen. Gekrönt von bitteren Schiedsrichterentscheidungen! Nach der vergangen Rückrunde erleben wir nun die ganz andere Seite des Sports.

…und dann erwarten einige in einer Selbstverständlichkeit, dass wir in Moskau so einfach den nötigen Punkt holen, um in der Champ.-League den Achtelfinaleinzug perfekt zu machen. Dass ZSKA mindestens eine Mannschaft auf Augenhöhe ist, wollen und wollten einige offenbar nicht wahrhaben. Krasic, Akinfeev, Dzagoev, Necid und die halbe russische Nationalmannschaft… – das ist kein Gegner aus Pappe! Die Russen sind im Vergleich zu uns eher besser als schlechter besetzt. Und in solchen Spielen entscheidet dann die Tagesform. Okay, die war nicht gut, man spielte eine ganz schwache zweite Halbzeit und verlor verdient. Da man sogar in Führung ging, war das ganz schön bitter! Der Gegner selbst spielte nicht überragend, profitierte zudem von einem Sonntagsschuss und davon, dass ausgerechnet ein Wolfsburger das 0:2 verhindert. Frust war angebracht! Eine pauschale Trainerschelte und Weltuntergangsstimmung jedoch nicht! Das gebietet schließlich der Realitätssinn. Doch ganz besonderes dieses Spiel offenbarte auch die unglaubliche Wolfsburger Selbstüberschätzung und die übertriebene Erwartungshaltung! Vor dem Champ.-League-Start war den meisten neutralen Betrachtern klar, dass es ein knappes Ding zwischen Moskau und Wolfsburg werden würde. Unsere Fans sahen sich anscheinend in der unangefochtenen Favoritenrolle. Aber wer beim 0:0 gegen Besiktas seine Chancen nicht nutzt, in Manchester Pech hat (abgefälschter Freistoß) und im entscheidenden Spiel zu zaghaft agiert, guckt am Ende halt in Röhre. Das ist zwar bitter, doch Hurra-Fußball konnte man auch nicht mehr erwarten. Schon damals spürte man förmlich die Versagensangst. Mal gewinnt man, mal verliert man. Und wir sind auch nicht gegen einen Fünftligisten aus dem Pokal geflogen. Viel bedenklicher ist daher eher, welche Spuren der nächste Nackenschlag mit zwei vergebenen Matchbällen und dem Aus in der Champ.-League hinterlassen haben könnte…

…und offenbar auch hat. Der Frust sitzt sicherlich bei den Spielern und dem Trainerteam ähnlich tief, wie bei uns Fans. Das 1:3 in der Folge gegen Dortmund war schließlich Resultat einer indiskutablen Leistung. Das waren keine Wölfe auf dem Platz, sondern Mäuse mit vollen Windeln. Sechs Punkte aus den letzten beiden Ligaspielen sollten her, um die Hinrunde versöhnlich abzuschließen und den Kontakt zur Spitzengruppe zu wahren. Schon jetzt ist klar: Das wird nix mehr! Und das Publikum sollte schnell wieder etwas demütiger werden und erkennen, dass es schwer wird, die Konkurrenz, die nun vor uns steht, zu überflügeln. Ohnehin mal Hand aufs Herz: Bayern, Hamburg, Bremen, Hoffenheim, Schalke, Leverkusen, Stuttgart… – sind wir nur aufgrund des Titelgewinns plötzlich stärker besetzt als die anderen Mannschaften, die mit ähnlichen Zielsetzungen in die Saison gestartet sind?! Nein. In der Bundesliga kann jeder jeden schlagen. Und am Ende entscheiden oft genug Nuancen. Bei uns sorgen sie leider dafür, dass das Pendel momentan nach unten ausschlägt. Der Negativlauf stimmt mich bedenklich und traurig. Aber kein Laie soll behaupten, Veh hätte den Titelkandidaten Nr. 1 demontiert. Veh trägt genauso seine Teilschuld wie alle übrigen Beteiligten. Es ist kaum dem Trainer anzulasten, dass unsere Spieler teilweise schon seit Saisonbeginn wie Amateure spielen. Da hilft es auch nichts, den Kader zusammengehalten zu haben! Klar, Vehs Umstellungen bzw. Neuerungen haben die Verunsicherung begünstigt. Aber auch die Spieler dürfen sich nicht wundern, wenn sie erst sorglos und manchmal geradezu bocklos spielen, sich so ihre Negativerlebnisse selbst verdienen und am Ende völlig aus der Spur fliegen und total verunsichert sind. Die Spannung auch nach Erfolgen wie dem Titel und den Highlights in der Champ.-League hochzuhalten… – darum müssen sich die Spieler genauso bemühen wie der Trainer. Letztlich ist dessen Einfluss auch begrenzt. Während der täglichen Trainingsarbeit genauso wie bei der Saisonplanung. Änderungen der Spielphilosophie und Neuverpflichtungen sind manchmal sogar gerngesehene Reizpunkte, die es zu setzen gilt. Unterm Strich bleibt jedoch: der eigene Antrieb der Spieler muss stimmen! Schließlich reichen bei der Leistungsdichte oft ein paar Prozentpunkte weniger aus, um als Verlierer vom Platz zu gehen. Und wie eine Mannschaft auftritt, die um jeden Preis gewinnen will, hat uns zuletzt der BVB vorgemacht! Das erkannte im Übrigen auch Riether in seinem Interview…

Dennoch muss ich gestehen: Die Frage nach der Motivation stellt sich längst nicht mehr, diese galt zu Saisonbeginn. Der Aufprall auf dem Boden der Tatsachen sollte letztlich für unsere Spieler hart genug gewesen sein und ihnen die Leichtfertigkeit („Irgendwann mussten wir ja unser erstes Heimspiel wieder verlieren…“) ausgetrieben haben. Ist erstmal der Schlendrian drin, kann auch der Trainer nur die Peitsche auspacken. Magath konnte das! Dass Armin Veh als der Neue, der auf einen – zumindest oberflächlich – eingeschworenen Haufen trifft, das nicht so einfach konnte, liegt ja auf der Hand. Aber für Wutreden, drakonische Maßnahmen des Trainers und Ansprachen durch den Aufsichtsrat an die Spieler ist es eh zu spät. Es geht nicht mehr um die Motivation, sondern darum, den Kopf wieder frei zu bekommen! Der Auftritt gegen Dortmund zeigt: diese Krise ist längst in den Köpfen angekommen! Und auch unser Trainer wirkt zeitweilig ratlos und sehnt die Winterpause offen herbei! Und spätestens dann muss Zwischenbilanz gezogen werden. Dass Veh nicht der alleinige Schuldige an der Misere ist, erkennt eigentlich jeder, der sich mit Fußball beschäftigt und nicht auf den Kopf gefallen ist… – dennoch muss man kein positives Urteil über Vehs Schaffen beim VfL ziehen. Vorwürfe, Veh habe die Mannschaft „kaputt gemacht“, sind sicherlich polemischer Mist. Dennoch trägt er nicht wenig Schuld an der jetzigen Situation. Greifen wir zunächst die Systemfrage wieder auf…

Der Boulevard und Fans, die Bild & Co. gerne nachplappern oder es fachlich selbst nicht verstehen, die sportliche Talfahrt zu analysieren und dies in Worte zu fassen, nutzen meist besonders publikumswirksame Schlagwörter (und auch einige respektable Blätter greifen der Bequemlichkeit halber gerne auf entsprechendes Vokabular zurück)! So muss sich Veh von jedem zweiten Kritiker pauschal „System-“ und „Konzeptlosigkeit“ ankreiden lassen! Naja, wenn die vielen Kritiker verständen, wovon sie da sprächen, würden sie den Job vielleicht selbst ausüben! So nebenbei: Bundesligatrainer sein lohnt sich finanziell über die Maßen, viele Journalisten gucken da lohntechnisch sicherlich in die Röhre. Sei’s drum. Eines vorweg: selbstverständlich hat auch Armin Veh ein Konzept, ein favorisiertes Spielsystem und ist durch und durch ein Fachmann! Sollte ein Fan ihm dies absprechen wollen und tatsächlich annehmen, das beurteilen zu können, leidet dieser sicherlich unter Größenwahn. Wenn schon Kritik, dann bitteschön sachlich und tiefgehend. Daran möchte ich mich nun selbst versuchen und eingangs erläutern, wie Vehs Fußball – zumindest nach meinem persönlichen Glauben – eigentlich aussehen soll. Und dann nehmen wir das ganz sachlich auseinander…

Wie also will Veh spielen lassen? Oft strapazierte Begriffe, die uns spontan in den Sinn kommen: Dominanz, Kurzpassspiel. Insbesondere mit Vehs Ziel, den VfL mehr Kurzpassspiel praktizieren zu lassen, gingen die absurdesten Theorien einher! Demnach würde Kurzpassspiel bedeuten, dass wir nur noch durch die Mitte anrennen würden und Schäfer und Riether künftig keine Flanken mehr schlagen dürften. Außerdem müsse jeder Ball zunächst ins Zentrum auf Misimovic gespielt werden und Steilpässe in den Raum seinen strikt untersagt. Äh, ja. Kling alles interessant, doch mit dem echten Leben haben diese Theorien nichts gemein. Lob verdient allein die Fantasie.
Wenn in Fachkreisen über Kurzpassspiel als Mittel zum Erfolg gesprochen wird, meinen diese Menschen in der Regel direktes Spiel, schnell vorgetragen und aufbauend auf einstudierte Laufwege. Der Ball soll so schließlich zirkulieren, genauso die Offensivspieler…– so werden die gegnerischen Verteidiger gezwungen ihren Gegenspielern zu folgen oder sich neu zu diesen zuzuordnen. Man spricht oft davon, eine Viererkette „auseinander zu ziehen und dann in die Schnittstellen zu spielen“. Das sollte zumindest bekannt klingen! Dass so auch mehr Ballbesitz erzielt wird, ist ein netter Nebeneffekt dahingehend, dass der Gegner ohne eigenen Ballbesitz nicht stürmen kann. Mehr eigentlich nicht, tatsächlich sagen solchen Statistiken kaum etwas aus. Dominanz lassen sie nur vermuten. Viel bedeutender ist, dass man durch ein bewegliches Mittelfeld genug Anspielstationen schafft und so variabel agieren kann. Denn letztlich hindert mehr Kurzpassspiel unsere Außenverteidiger nicht daran, aufzurücken und sich mit Flankenläufen in Szene zu setzen bzw. setzen zu lassen. Wer das glaubt, deutet die Hütchen auf dem Trainingsplatz einfach falsch.
Um die erforderlichen Anspielmöglichkeiten zu gewährleisten, müssen mehr Mittelfeldspieler aufrücken. Der VfL spielt zwar unter Veh meist noch mit Raute, doch verlangt er im Vergleich zu Magath mehr Offensivgeist von seinen Außenspielern Gentner und Ziani/Hasebe (unter Magath noch Riether). Picken wir uns Gentner heraus! Der stürmte auch unter Magath nach vorne, dann meist im Zusammenspiel mit Schäfer und Misimovic. Der Unterschied: während Gentner das tat, stand Riether auf der anderen Seite defensiver. Und bei Ballverlust konnte man meist sicher sein, einen wichtigen Spieler im defensiven Mittelfeld mehr hinter den Ball zu bekommen. Josué musste keine Angst haben, in seinem Wirkungsbereich zu vereinsamen. Defensiv standen wir unter Magath systembedingt sicherer. Aber auch hier gibt’s ökonomisch betrachtet Alternativkosten, d.h. einen entgangenen Vorteil bzw. Nutzen. Rücken beide Außenspieler weiter auf, können wir über links, rechts oder durch das Zentrum spielen und dabei rasch variieren. Dagegen musste man unter Magath in der Regel erst wieder hintenrum spielen, wenn es auf der einen Seite kein Durchkommen gab und man über die andere Außenbahn anrücken wollte. Sicherte der Gegner die Außenbahnen gut ab, lief so ziemlich schnell nichts mehr. Und Magath konnte später wieder erklären, dass man „…Schwierigkeiten hatte, das Spiel zu machen.“ Zum Glück nutzten wir im letzten Jahr unsere Chancen meist frühzeitig und konsequent und konnten Ballverluste des Gegners oftmals gnadenlos per Tempogegenstoß ausnutzen. Leider konnte man nicht annehmen, dass uns die Gegner ewig ins offene Messer rennen würden (das schaffen wir dafür nun in Regelmäßigkeit). Also: Veh versucht dagegen einen offensiven Fußball zu etablieren, der es dem Gegner schwer machen würde, uns auszurechnen, und der grundsätzlich sogar attraktiver wäre.
Dass der Spielaufbau möglichst durch die Mitte erfolgen soll, ist genauso leicht nachvollziehbar. Nur aus der Mitte heraus kann man in jede Richtung passen, uns stehen 360 Grad zur Verfügung. Leicht nachzuvollziehen, wenn man ein Tipp-Kick-Männchen auf den Anstoßpunkt stellt. Wenn z.B. Josué den Ball zentral führt, kann er diesen immer noch jederzeit auf die Flügel spielen. Anders sieht das bei einer Spieleröffnung über außen aus. Legen wir uns schon in der eigenen Hälfte fest, dass Schäfer den Ball über die linke Seite treiben soll, bleibt ggf. nur ein komplizierter Seitenwechsel oder ein langen Diagonalpass. Wollen wir sicher spielen, geht’s dann nur hintenrum. Zur Veranschaulichung: Stellt mal ein Tipp-Kick-Männchen auf die Seitenauslinie! Es bleiben noch 180 Grad. Und um es noch mal ganz deutlich zu sagen: Ein Spielaufbau durch die Mitte ist nicht gleichbedeutend mit dem Ziel, durch die Mitte den finalen Pass zum Torerfolg zu spielen! Ob ich schließlich versuche, durch die Mitte oder über die Seiten zu kombinieren und zwingend zu werden, steht mir nach wie vor frei! Der Gegner soll schließlich überrascht werden. Das Konzept ist klar.

Dass Veh die Umsetzung seiner Spielphilosophie bislang nicht geglückt ist, ist offensichtlich. Zu groß war der Preis in Form einer geschwächten Defensive. Dass unsere Spieler nach den Feierlichkeiten Probleme bekommen würden, sich schnell umzustellen und die neue Philosophie diszipliniert umzusetzen, war mehr oder weniger absehbar! Welche Mannschaft ist nach großen Erfolgen und einer solchen Energieleistung nicht in einen Trott verfallen?! Veh werfe ich daher ein stückweit Naivität und übertriebenen „Tatendrang“ vor! Er hat meines Erachtens zu schnell zu viel gewollt. Schließlich muss für die „neue“ Spielweise die elementare Passsicherheit, die erhöhte Laufbereitschaft mit und ohne Ball, die Gedankenschnelligkeit beim Umschalten nach Ballverlusten und die taktische Disziplin stimmen. Wie sollte das so schnell funktionieren?! Zumal auch die Spieler schnell erkennen ließen, dass sie mit weniger Feuer in die neue Saison gestartet sind. Der Vorwurf hält sich in Grenzen, schließlich passiert das unterbewusst und ist ganz normal.
Dass Vehs System funktionieren kann, haben wir im Stuttgarter Meisterjahr eindrucksvoll gesehen. Daher drängt sich die Frage auf: Warum klappt’s bei uns nicht?! Einerseits macht es die Mannschaft Veh keinesfalls leicht. Das Publikum auch nicht. Andererseits hapert es an der Umsetzung, die unterm Strich Veh zu verantworten hat, wie es in diesem Geschäft nun mal üblich ist und immer sein wird! Gehen wir also ins Detail. Über unsere Defensivschwäche wurde schon genug berichtet, dazu nachher mehr. Beginnen wir bei den Schwächen in unserem Offensivspiel. Trotz vieler geschossener Tore, trotz vieler Torchancen… – es läuft nicht rund!

Woran hapert es? Passgenauigkeit und Laufbereitschaft sind Grundvoraussetzungen. Doch wenn erstmal der Abwärtsstrudel eingesetzt hat, klappen selbst die einfachsten Zuspiele nicht mehr und die Beine werden schwer. Dass sich der VfL mindestens in einer Ergebniskrise befindet, wissen wir schon längst. Doch Körpersprache und individuelle Fehler lassen mehr vermuten. Dass Kurzpassspiel dann Sinn macht, wenn es schnell vorgetragen wird, hatte ich bereits angesprochen. Dass manche VfLer unerträglich lange den Ball halten aber auch. Nun muss man nicht nur mutmaßen, woran das liegt. Fehlen die Anspielstationen? Offenkundig. Liegt es nur daran? Offenkundig nicht! Denn wenn man sich anguckt, wie oft der besser postierte Nebenmann beim VfL momentan übersehen oder links liegen gelassen wird, stimmt das bedenklich. Mir persönlich platzen manchmal die Flüche nur so heraus, wenn ich zum Beispiel sehe, wie Misimovic zum wiederholten Male in ein unnötiges Dribbling irgendwo im Niemandsland des Mittelfelds geht, ohne nach hinten richtig abgesichert zu sein! Was soll das? Solche und ähnliche Egotrips sieht man zurzeit an jedem Wochenende! Im Übrigen schönen solche sinnfreien Aktionen auch die Ballbesitzstatistik und zeigen einmal mehr, warum deren Aussagekraft begrenzt ist.
Eine weitere Schwäche: entweder wird zu wenig gelaufen oder die Laufwege stimmen nicht! Zumindest drängt sich diese These auf, wenn man betrachtet, wie sich unsere Spieler gegenseitig und mangels Platz ihren Gegenspielern auf den Füßen stehen. Das Passen in den freien Raum? So klappt das sicherlich kaum. Und dass sich unsere Jungs so für den Fall eines Ballverlustes sicherlich nicht optimal positionieren, ist wohl auch jedem klar. Nun ist es aber nicht so, dass Vehs Fußball zwingend dieses Aufeinanderhocken zur Folge haben muss! Schließlich sollen unsere Offensivspieler rotieren, kreuzen, Positionen tauschen… – platt ausgedrückt: in Bewegung bleiben! Natürlich kostet das im Vergleich zu Magaths Fußball mehr Kraft. Die Laufarbeit ist größer! Aber verschiedene Wege können zum Erfolg führen. Und den Gegner unter Druck setzen… – das klappt nicht nur durch bloße Präsenz, ein bisschen Wirbeln gehört schon noch dazu! Tatsächlich bleibt das noch zu oft aus. Wenn der Gegner die Räume eng macht, wird vorne oft nur gelauert, dass irgendwer die Flanke schlägt. Zur Erinnerung: gute Flanken sind in diesen herbstlichen Tagen rar…

Tja, das wohl offensichtlichste Problem unserer Offensive: unsere Stürmer treffen nicht! Und in diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass kein Fan eine „unattraktive Spielweise“ bemängeln sollte. Chancen haben wir in der Tat genug! Und die erspielen wir uns sogar. Und unattraktiv ist das sicher nicht. Wenn man mal von dem Debakel gegen Dortmund absieht, wurde es zudem in den letzten Spielen eher attraktiver und variabler. Leider nicht effektiver. Allein was Dzeko in dieser Spielzeit versiebt, geht auf keine Kuhhaut mehr. Und das liegt sicherlich nicht an Vehs mangelndem Torschusstraining! Wer hier nicht zunächst unsere Stürmer in die Pflicht nimmt, sucht schlichtweg einen Sündenbock. Okay, unsere Stürmer verkrampfen wie der Rest der Mannschaft zunehmend. Der Trainer ist aufgefordert, sich was einfallen zu lassen, diese Verkrampfungen zu lösen. Doch manche Chancen werden auch dermaßen kläglich verhunzt, dass es weh tut. Insbesondere dann, wenn der Nebenmann lauert und ignoriert wird. Schussversuche aus aberwitzigen Positionen… – keine Seltenheit mehr! Und wir spielen nicht stets so schwach, dass diese Versuche jeweils den letzten Ausweg darstellen würden. Allerdings: Oft genug scheint der VfL trotz variablerer Spielanlage mit seinem Latein am Ende! Denn umso länger uns das erlösende Tor nicht gelingt und wir gar einem Rückstand hinterher rennen, desto kopfloser präsentiert sich der VfL.
Dzeko versucht es nicht erst seit gestern aus jeder Lage, lässt Sturmpartner Grafite links liegen und reagiert gegenüber Schiedsrichter und – besonders bedenklich – gegenüber seinen Mitspielern dünnhäutig. Frust über die eigene Leistung? Interviews lassen etwas anderes vermuten. Dass Dzeko schon länger nicht mehr als Teamplayer auftritt, bemerken nun auch erste Medien. Und diese nehmen ihn zum Teil sogar in Schutz, schließlich…
…ist Nebenmann Grafite scheinbar völlig von der Rolle! Grafite rackert momentan beim VfL wie kein Zweiter, geht enorm weite Wege und versucht sich immer wieder zurückfallen zu lassen und sich am Spielaufbau zu beteiligen. Doch dass insbesondere Grafite nicht der Techniker ist, der den Ball auf engstem Raum annehmen und gekonnt weiterleiten kann, ist bekannt. Dzeko könnte das eher. Das bedeutet aber nicht, dass Grafite keine Spielintelligenz besäße. Im Gegenteil: Graffa ist sehr spielintelligent, weiß sich geschickt vom Gegenspieler zu lösen, sich für Doppelpässe anzubieten und den Ball mit seinem wuchtigen Körper abzuschirmen, wenn er es schafft, ihn zuvor zu kontrollieren. Dass sich Grafite und Dzeko gegenseitig in Szene setzen können, wissen wir ja auch noch bestens. Doch agiert der Brasilianer momentan enorm unglücklich und seinen Nebenleuten scheint die Lust vergangen zu sein, ihn überhaupt ins Kombinationsspiel einzubeziehen. Bitter! Und die Aussagen seiner Kollegen, man wolle ihm helfen, „…aus seinem Tief heraus zu kommen“, darf man sicherlich kritisch beäugen. Hilfe von seinem ehemals kongenialen Sturmpartner Dzeko gibt’s nicht wirklich, Misimovic sucht auch lieber den eigenen Landsmann und die zeitweise Verbannung durch Veh auf die Bank und Sonderurlaub haben auch nichts bewirkt. Aber liegt es nur an seiner Form, dass Grafite so wenig integriert wirkt? Passt er in überhaupt Vehs System?
Veh fordert Dominanz und Kontrolle im Mittelfeld, um den überraschenden Pass vorzubereiten. Wie das funktioniert, hat uns Stuttgart nun lange genug vorgemacht! Dabei preschen die Offensivleute gar nicht so weit vor, sondern suchen die Möglichkeit einen tödlichen Pass in den Raum anzubringen! Gomez mit seinen langen Schritten und Cacau, beide schnell, sind dann in diese Räume gestartet und haben den Abschluss gesucht. Gomez mit überragendem Erfolg! Und genau dieses Spiel müsste doch auch Grafite liegen! Sich wegstehlen und dann die Räume eiskalt nutzen… – so hat er viele seiner Tore im vergangen Jahr erzielt. Und nun auch den Ehrentreffer gegen Dortmund. Nur muss man den Gegner auch ein bisschen aus seiner tiefen Stellung herauslocken. Wenn wir jedoch mit Mann und Maus nach vorne drängen, stehen wir uns letztlich selbst im Weg. Räume für Grafite bleiben da Mangelware. Dieser Fehler in unserem Spiel würde ja Graffas leidige Situation schon recht weit erklären. Doch es wird noch kurioser, denn es drängt sich ein große Frage auf: Wo treibt sich der Spieler überhaupt rum?! Er ackert und rackert, rennt über Flügel und lässt sich tief zurück fallen. Dies wird Veh von ihm fordern. Doch damit ist der Spieler auch verschenkt. Um seine Stärken ausspielen zu können, muss er auf Höhe der gegnerischen Abwehrreihe stehen und an der Grenze zum Abseits lauern. Dazu kommt er aber nicht. Es ist fast unbegreiflich, warum ihn Veh so über das Spielfeld irren lässt. Doch zumindest einen Ansatz habe ich…
Dzeko ist in Form. Dzeko hat die Torchancen. Und Dzeko wird somit nicht aufgetragen, sich aus dem Zentrum heraus zu bewegen und sich anstelle von Grafite am Spielaufbau zu beteiligen. Dzeko spielt den klassischen Stoßstürmer obwohl er auch als „spielender Stürmer“ taugt. Immerhin hat er die zweifelsfrei bessere Technik, um Mitspieler in Szene zu setzen. Aber so lange er vorne Gefahr ausstrahlt, muss allein Grafite die „niederen Aufgaben“ verrichten. Grafite spielt den „spielenden Stürmer“, obwohl er dafür nur begrenzt taugt. Tja, Dzeko befindet sich meines Erachtens in der besseren Lage…
Letztlich ist dieses Dilemma für Grafite doppelt bitter! Er kann sich nicht darauf beschränken, den finalen Pass in den Raum zu erlaufen, weil er die „falschen“ Wege nimmt, wenn er sich in dieser Form in den Dienst der Mannschaft stellt. Und seine zweite große Stärke, wenn er im 16er mit dem Rücken zum Tor steht, kann er genauso wenig in die Waagschale werfen. Zumindest solange er als klassischer Stoßstürmer nur die zweite Wahl hinter Dzeko bleibt. Zwar ist Dzeko der bessere Kopfballspieler gegenüber Grafite, doch mit dem Rücken zum Tor ist der Brasilianer immer noch der bessere Strafraumwühler. In der Rolle, die er zurzeit spielt, nützt ihm das reichlich wenig. Und Chancen, sich Selbstvertrauen durch Tore zu erarbeiten, bieten sich auch höchst selten. Ich komme zu folgender Forderung: Lasst doch beide Stürmer stürmen! Stürmen! Und keinen von ihnen den überforderten Ballverteiler mimen. Dafür haben wir doch Misimovic, Gentner, Hasebe und nun auch Kahlenberg und Ziani. Jeder für sich pass- und spielstark!

Ohnehin wird schnell deutlich, wofür Kahlenberg und Ziani geholt wurden. Wenn wir möglichst unberechenbar sein wollen, darf nicht nur Misimovic den finalen Pass spielen können. Könner in diesem Bereich haben wir nun eigentlich genug! Doch setzt die Mannschaft die Spielanlage noch nicht um bzw. nur ansatzweise. Und das zum besonderen Leidwesen unserer Stürmer. Martins ergeht es dabei haargenau wie Grafite. Er hat in denselben Situationen seine Stärken (allen voran seine Schnelligkeit), auch wenn er ein gänzlich anderer Spielertyp im Vergleich zum physisch starken Graffa ist. In diesem Zusammenhang noch ein Wort zu seiner Verpflichtung: Wer diese in Frage stellt, weil Martins ein reiner Konterstürmer sei und wir künftig angeblich nicht mehr kontern wollen würden, verrennt sich erneut in fremden Sphären jenseits der Realität. Martins ist grundsätzlich genauso für dieses System zu gebrauchen wie Grafite und hat seine Stärken, wenn er in den freien Raum geschickt wird. Und auch wir werden situationsbedingt zum Kontern kommen. So ein schneller und qualitativ hochwertiger Spieler macht uns normalerweise variabler und somit besser, zumal Martins auch als Außenstürmer eingesetzt werden kann! Und dass der Konkurrenzdruck erhöht werden musste, erklärt sich bei den nun erlebten Formschwächen unserer Stürmerstars von selbst.
Leider konnte Martins bislang nur ansatzweise sein Können aufblitzen lassen, da er verletzt spielte und ihm sichtlich die andernfalls überragende Antrittschnelligkeit fehlte. Auch ist es nicht sein bevorzugtes Spiel, wenn er als Joker bei einem Rückstand auf den Platz geschickt wird. Es macht sicherlich Sinn, im Winter über einen wuchtigen Ergänzungsstürmer nachzudenken, den man dann ins Rennen schicken kann, wenn die Brechstange (lang und hoch) ausgepackt wird. Aber auch bei Martins fragt man sich manchmal, warum ihn der Trainer so einsetzt, wie er es tut. Nachvollziehbar ist das für mich nicht immer.
Dennoch ist es erstaunlich, wie unsere Neuzugänge beurteilt werden. Johnson, als deutscher Perspektivspieler und Backup für Schäfer gekommen, wird nach einem einzigen schlechten Spiel und einer Auswechselung innerhalb der ersten Halbzeit gleich als untauglich für die Bundesliga und als Fehleinkauf abgetan. Und das bei einem Jungen in diesem Alter! Dass er im Vergleich zu Schäfer, der ebenfalls aus der 1860er Talentschmiede kommt, beim seinem Ex-Klub sogar als noch talentierter gilt, interessiert die Foren-Experten da umgehend nicht mehr. Immerhin war Johnson ja Vehs Wunschspieler, kann also gar nicht gut sein. Ein passables Spiel gegen Bremen reicht hingegen, um nun Schäfers Verbannung auf die Bank zu fordern. Immerhin. Ziani, Franko-Algerier und zurzeit des Ramadans zum VfL und damit in ein fremdes Land gekommen, wird ebenfalls aufgrund seiner Defensivschwächen bereits nach drei Spielen als Fehleinkauf gewertet. Kredit? Zeit zur Eingewöhnung? Vehs Neuzugänge bekommen so was nicht. Ein passables Spiel gegen Bremen reicht jedoch auch hier, um ihn auch gegen Freiburg zu fordern. Dass seine Defensivschwächen weiterhin bestehen und der VfL gegen Werder ein ganz anderes System gespielt hat, interessiert da nicht. Ich will gar nicht wissen, was Veh abbekommen hätte, wenn er Ziani gegen Freiburg gebracht hätte und über dessen Seite Kontergegentore gefallen wären. Und dass Ziani selbst betont, nicht fit zu sein und der Mannschaft momentan nicht richtig helfen zu können (hey, eine bemerkenswerte Aussage!), interessiert auch nicht. Und Martins? Mal wird er gefordert, dann wieder nicht. Wenn die Fans selbst jede Woche ihre Meinung ändern, sollten diese Veh die Entscheidung überlassen. Der kennt den Zustand seiner Spieler besser. Aber dass Kahlenberg, Ziani und Martins angeschlagen sind, wird eh von den Kritikern nicht berücksichtig. Lieber wird pauschal gemotzt, wenn Dejagah spielen darf. Ein Mangel an Alternativen spielt dabei keine Rolle. Wahnsinn!

Kommen wir also zu unserer Defensive. Besonders im Fokus: die Innenverteidigung! Schon jetzt klar: im Winter soll ein neuer Mann für diese Position kommen. Auch klar: schon im Sommer war man auf der Suche! Höwedes Berater wurde zu spät kontaktiert, Miranda bekam für 10 Mio. Euro keine Freigabe, Heitinga empfand man für 8 bis 10 Mio. Euro aus nachvollziehbaren Gründen als zu schwach. Wirklich öffentlich gemacht wurde die Suche nie, den vorhandenen Spielern stärkte Veh öffentlich gar den Rücken. Doch jeder unserer Innenverteidiger spielt leider schon seit Saisonbeginn irgendetwas, das wie eine Mischung aus Ballett, Eiskunstlauf und Fangen anmutet. Unbegreiflich! Und im Nachhinein wusste man: Hätte man sich besser auf einen Kandidaten festgelegt und diesen verpflichtet, um das Niveau zu erhöhen. Aber wenn Veh der Schuldige für diesen Leistungseinbruch sein soll, wird er wohl heimlich unseren Abwehspielern die Schnürsenkel vor den Spielen zusammengebunden haben. Denn in der kurzen Sommerpause wird er aus einem Weltmeister keinen Spieler mit Kreisliga-Format gemacht haben! Hexen kann auch Veh nicht! Dass hingegen schließlich die totale Verunsicherung ausgebrochen ist… – dafür muss man auch Veh in die Pflicht nehmen!
Ausgangspunkt für die Misere stellt für mich jedoch das Defensivverhalten im Mittelfeld dar. Wobei auch Fehler in der Offensivbewegung dazu beitragen, dass wir defensiv oftmals ganz schön alt aussehen. Dass unser Mittelfeld nun im Block weiter aufrücken soll, bietet offensiv mehr Möglichkeiten und defensiv ein erhöhtes Risiko. Dennoch ist das Spielen in diesem System möglich, ohne hinten gleich Harakiri zu begehen. Erforderlich ist jedoch, wie schon zum Offensivspiel ausgeführt, dass der Ball gehalten wird und man sich nicht in einer Tour dümmste Ballverluste erlaubt. Leistet man sich schon im Mittelfeld entscheidende Fehlpässe oder unnötige erfolglose Dribblings, bleibt den meisten VfL-Mittelfeldspieler nur noch das Hinterherrennen oder Zugucken. Und dann ist es oft schon zu spät! Ballverluste im Aufbauspiel müssen auf ein Minimum beschränkt werden und wenn es doch mal zu bei Ballverlusten kommt, muss besonders schnell reagiert bzw. umgeschaltet werden, um wieder hinter den Ball zu kommen. Dass man sich dann sputen muss, ist eine Selbstverständlichkeit! Ohnehin fordert Veh von unseren Spielern mehr Laufarbeit. Das ist kräftezehrend und lässt unsere Kicker bisweilen zum Ende einer Partie platt wirken. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie weniger fit sein müssen als im Vorjahr.
Letztlich sind es unsere Unzulänglichkeiten im Offensivebereich, die uns auch hinten oft genug zum Verhängnis werden. Wenn zum Beispiel Misimovic völlig unmotiviert den Ball vertändelt, hat der Gegner meist freie Bahn. Der kleine Josué hat keine Chance, wenn der Gegner bereits seinerseits im defensiven Mittelfeld Überzahl schafft und dann im Kollektiv anrückt, während unsere übrigen Mittelfeldspieler ihren defensiven Aufgaben nicht nachkommen. Oder sagen wir besser: „…gar nicht rechtzeitig hinterher kommen.“ Die Räume im defensiven Mittelfeld vor der Abwehr sind zu groß. Der Abstand zwischen Abwehrkette und Mittelfeld gewaltig. So machen wir es jedem Gegner leicht! Wir schaffen es in Unterzahl sicherlich nicht, die Räume eng zu machen. Die ärmsten Säue stellt in solchen Situationen unsere Innenverteidigung! Stellt euch vor, der Gegner rennt schließlich ohne Gegenwehr auf euch zu. Was willst du dann machen? Attackierst du die anrückenden Mittelfeldspieler des Gegners früh, laufen dir im Rücken die Stürmer davon. Begibst du dich selbst in die Rückwärtsbewegung, lässt du den Gegner unbedrängt schießen oder noch weiter vorpreschen. Führt euch mal das 2:1 für ZSKA durch Krasic vor Augen! Der Mann rennt einfach so durchs Mittelfeld. Gehst du drauf, muss er den Ball wohl nur in die Spitze durchstecken. Du kannst als Innenverteidiger hier eigentlich nichts richtig machen! Unsere Innenverteidigung in wechselnder Besetzung als Hauptschuldigen auf dem Platz auszumachen, ist unter diesen Gesichtspunkten kaum gerechtfertigt. Abwehrarbeit beginnt bekanntermaßen im Sturm. Und Angriff ist die beste Verteidigung. Wer jedoch die Bälle verliert, kann nicht mehr selbst angreifen.
Nichtsdestotrotz verdient auch unsere Innenverteidigung mit Recht Tadel. Dabei kann man wohl ewig darüber diskutieren, ob unsere Innenverteidigung grundsätzlich zu tief steht oder aufgrund der Schwächen im Mittelfeld tiefer stehen muss. Was kam zuerst? Huhn oder Ei? Das kann uns egal sein! Fakt ist sicherlich, dass unsere Abwehr momentan kaum dazu kommt, zu pressen bzw. gegen den Ball zu arbeiten. Sie steht tiefer und trägt so ihren Teil dazu bei, dass die klaffenden Löcher zwischen Abwehr und Mittelfeld bestehen bleiben.

Okay, halten wir unserer Abwehr zumindest zugute, immer wieder allein gelassen zu werden. Wenn man unter Dauerbeschuss steht, ist es auch ganz normal, dass man sich instinktiv tiefer positioniert. Was soll man auch die gegnerischen Stürmer früh stellen, wenn deren Mitspieler darauf vertrauen können, seelenruhig in den Raum passen zu können. Und es laufen massenweise Stürmer in der Liga rum, die Barzagli, Costa oder Madlung leicht entlaufen können. Passiert das, sieht’s auch doof aus. Also muss man zwingend tiefer stehen. Dass man damit immer wieder einen anderen Fehler begeht, indem man zur Passivität vorm eigenen Tor neigt, entschuldigt das jedoch nicht. Genauso wenig die immer wieder vorkommenden fatalen Patzer! Arbeiten endlich mal alle auch defensiv mit, kann man momentan offenbar sicher sein, dass sich jemand verantwortlich fühlt, sich dumm anzustellen. Aber wie die Gegentore auch fallen: es bleibt die Verunsicherung! Und Vehs Versuche, hier entgegen zu wirken, entpuppten sich bislang bestenfalls als Strohfeuer. Dennoch sollte man differenziertere Kritik üben!
Der Vorwurf, Veh würde nicht reagieren und nur an seinen Lieblingen festhalten, ist zu 100 % haltlos. Zumindest was unsere Innenverteidigung anbelangt, hat er doch alles versucht. Erst spielten Barzagli und Madlung, dann durfte mal Simunek ran. Während Barzagli unabhängig vom Nebenmann sämtliche Qualitäten eines Organisators seit Saisonbeginn vermissen lässt, ging Simunek, ohne sich selbst an der Leistung seines Nebenmanns aufrichten zu können, völlig unter. Kontinuität zeigte der junge Tscheche schon unter Magath nicht. Ohnehin ist Barzaglis Verfassung für mich die größte Bürde der neuen Saison! Und diese kann man kaum Veh anlasten, der war schließlich noch kaum da, als Barzagli anfing derart zu stümpern. Veh zog schließlich die Reißleine und brachte Costa. Costa spielte bislang auch stärker als Barzagli, doch unterm Strich ebenfalls mies.
Manchen Kritikern ist das alles wurscht, die fordern eh stets den, der draußen sitzt. Nun darf Barzagli tatsächlich wieder ran, zeigt sich jedoch immer noch desolat. Und plötzlich soll Costa der Buhmann sein. Dass Costa trotz unglaublicher Patzer immer noch weniger als Barzagli verbockt, wird dabei gerne übersehen. Ist ja eh egal, schließlich soll ja Veh an jedem Manko die Schuld tragen. Die Forderungen, die teils von den Fans angemahnt werden, können schließlich nur Köpfschütteln hervorrufen. Wenn es ein Patentrezept für unser Abwehrproblem gäbe, wäre das toll! Gibt’s aber nicht!
Aber selbstverständlich muss man auch kritisch anerkennen, dass Veh es bislang nicht geschafft hat, unsere invalide Innenverteidigung zu reanimieren. Den Schuh muss er sich anziehen. Ihn jedoch als Ursache aller Probleme hinzustellen, geht zu weit. Ja, die neue Spielweise hat zu haarsträubenden Fehlern in der Rückwärtsbewegung geführt und die Verunsicherung begünstigt. Aber die individuellen Leistungen, die unsere Abwehrspieler Woche für Woche abliefern, kann man ihm in dieser Form nicht anlasten. Da muss man einfach auch die Spieler in die Pflicht nehmen. Auch wenn unsere Innenverteidiger meist nur das Ende einer Fehlerkette bilden. Scheinbar kommt man durch schnöde Personalwechsel im Abwehrbereich eh nicht weiter, vielmehr macht’s Sinn, die Abwehr durch besseres Defensivverhalten im Mittelfeld ein stückweit zu entlasten. Dass daher der defensivstärkere Hasebe anstelle von Ziani spielt, wird jedoch von Kritikern gleichfalls angeprangert. Hauptsache motzen! Und dass Veh auf Riether in der Viererkette als einzige Konstante nicht verzichten will und er deshalb als Alternative im Mittelfeld ausfällt, ist ebenfalls nachvollziehbar. Versucht’s Veh gar mit einer Doppelsechs, wird verurteilt, dass er nur einen Stürmer bringt. Dies sei dann wieder feige. Man kann Maßnahmen immer im Nachhinein analysieren und als Fehler bewerten, Veh jedoch als ahnungslos hinzustellen, ist von manchen Anhängern anmaßend. Genauso wie ihn mit schwachsinnigen Forderungen hinsichtlich der Aufstellung zu bombardieren. Meistens läuft’s eh darauf hinaus, dass Fans über die Verhältnismäßigkeit hinaus viele Offensivleute fordern. Und das wäre dann wirklich Harakiri. Außerdem kennt Veh den Zustand seiner Spieler sicherlich besser. Man sollte mal die Kirche im Dorf lassen!

Das war’s grundsätzlich zum System. Problemzonen gibt es leider zur Genüge. Dass Vehs Umstellungen nicht fruchteten, lieg auf der Hand. Genauso der Umstand, dass elementare Dinge, die vor Monaten noch eine Selbstverständlichkeit darstellten, nun im Argen liegen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einen einzelnen Sündenbock zu suchen, kann der Sache nicht gerecht werden. Auch wenn sich einige einreden, Veh hätte den VfL ganz allein „kaputt gemacht“. Im Übrigen sprengt die Kritik an System und Taktik jede Verhältnismäßigkeitsskala. Über den Wortlaut, der teilweise gebracht wird, will ich an dieser Stelle lieber schweigen…

Ein weiterer Kritikpunkt, der kaum haltbar ist und einem fast die Tränen in die Augen treibt, sind die Ein- und Auswechslungen. Es ist kaum zu glauben, was sich hier manch Ahnungslose anmaßen! Klar, man kann den Erfolg eines Spielerwechsels im Nachhinein diskutieren. Und ich sehe es auch so, dass Veh bislang selten ein glückliches Händchen in Wolfsburg hatte. Die Art und Weise, in welcher jedoch Kritik auf ihn einprasselt, ist ein schlechter Witz! Genau so stumpfsinnig vorgetragen wir die geforderten und wenig bis gar nicht durchdachten Änderungen an der Startaufstellung. Ein Kritikpunkt: Der jeweilige Zeitpunkt der Auswechslungen! Mal zu früh, dann wieder zu spät… – den Fans recht machen, kann es der Trainer doch eh nie! Und auf den Spielverlauf guckt niemand, das ist sowieso zu mühselig. Da interessiert es auch überhaupt nicht, dass der VfL mal sicher stand und aus heiterem Himmel ein Gegentor fängt oder auch ohne Auswechslung mächtig Druck macht! Hellsehen kann Veh wohl nicht! Damit muss er ja untragbar sein. Immerhin kann ja jeder zweiter Kritiker hellsehen und weiß ganz genau, wessen Einwechslung zu welchem Zeitpunkt was bringt!
Und wie wenig die meisten Nörgler versuchen, Auswechslungen – ob nun erfolgreich oder nicht – nachzuvollziehen, zeigt die Reaktion auf Zianis Hereinnahme für Martins bei Stand von 1:2 (oder war’s 2:2?). Martins spielte bekanntlich verletzt. Und war absolut nicht mehr zu sehen. Hätte man ihm nicht vom Platz genommen, hätte man auch einer Eckfahne ein VfL-Trikot überstülpen können. Zudem hielt man im Mittelfeld zu selten den Ball, um in der Endphase druckvoll vor und in den gegnerischen 16er zu kommen. Warum Veh Ziani bringt, der immerhin einer der besten VfLer in 1-zu-1-Situationen und ballsicher ist, wird fast jedem normalverständigen Fußballgucker recht schnell klar. Dass der VfL zudem kaum bessere Alternativen für diese Situation auf der Bank hatte auch. Dejagah ist weniger stark im 1-zu-1 und das absolute Gegenteil von einem Goalgetter. Und Esswein ist auch kein Stoßstürmer und immer noch Azubi. Es gab schlichtweg nur Ziani! Aber es scheint den ganzen Besserwissern offenbar völlig verborgen geblieben zu sein, dass nicht allein die Stürmerzahl auf dem Platz entscheidet, ob man offensiv spielt. Und offenbar hat auch die EM 2008 nie stattgefunden, als Spanien mit einer einzelnen Spitze Torres nicht nur den erfolgreichsten und schönsten, sondern auch den offensiv besten Fußball geboten hat. Naja, Nachdenken sollte zumindest zum guten Ton gehören und ist fair. Aber wir motzen halt lieber im Chor! Dass auch hier keiner annimmt, dass Veh die Verfassung seiner Spieler besser kennt, ist ja eh zu erahnen… – schließlich sind die Wolfsburger Trainingskiebitze überragende Fachleute, die es nicht nötig haben, mit Medizinern oder gar Spielern zu sprechen. Die wissen einfach auch so, wie aufgestellt und gewechselt werden muss. Zwar bliebe der Großteil der ersten Mannschaft gleich, doch wenn ein anderer als Veh die Namen auf das Taktik-Clip-Chart schreibt, hören die prompt auf, wie die letzten Senfgurken zu spielen! Dann wird selbstredend umgehend nicht mehr gepatzt! Ja, klar…

Richtig unsachlich wird’s jedoch, wenn Kritiker mit der Verbreitung irgendwelcher angeblichen Interna beginnen! Die Unterstellungen: Veh würde die Mannschaft entzweien, sei Schuld am Stimmungstief, bevorteile gewisse Lieblinge und wolle gewisse Spieler demontieren. Dabei sei er gleichermaßen zu sehr Kumpeltyp, zu distanziert und zu sehr Armin. Ja, was denn nun? Und warum hören die Insider eigentlich so grundverschiedene Sachen?
Die angebliche Demontage von Andrea Barzagli… – dass unser einstiger Abwehrchef sich schon seit Saisonbeginn mehr als miserabel präsentiert, hat Veh offenkundig ganz klammheimlich von langer Hand geplant! So soll er angeblich schon in der Sommerpause Andrea während seines Heimaturlaubs mit anonymen Spammails bombardiert haben! Wie mies. Nein, mal im Ernst: Was zum Teufel denken sich hier einige Nörgler aus? Barzagli würde demontiert, weil er nicht mehr spielen dürfte! Dass er aufgrund seiner Leistungen und seiner Fehler als Organisator aus dem Team genommen werden musste, lag dabei eigentlich auf der Hand. Dann aber auch noch einige Monate später nachzuschieben, Barzagli würde demontiert, weil er gegen Bremen spielen müsse… – das ist schon beinahe zum Lachen, wenn es nicht so ernst gemeint wäre! Für manche Spieler in der Formkrise wird von den Nörglern lautstark eine zweite Chance gefordert, doch dann wollen diese auch noch den richtigen Zeitpunkt dafür wissen und diesen höchstpersönlich festlegen. So ein Gehabe kann man gar nicht mehr ernst nehmen! Aber es ist sicherlich richtig: Veh wird Barzagli demontieren wollen! Immerhin soll er ihn ja nicht mal zum Essen und in den Heidepark ausgeführt haben…
Aber auch schon ohne den Glauben an Intrigen und Verschwörungstheorien ist es erstaunlich, was hinter den Kulissen beim VfL so vorgehen soll. Die Stimmung ist sicherlich am Boden! Keine Frage! Aber dass Veh der große Übeltäter sein soll, ist doch eine erschreckend einfache Erklärung. Dass die schlechten Ergebnisse, die persönlichen Leistungen und die vielen teil unglücklichen Nackenschläge bereits gehörig die Stimmung drücken, ist sicherlich nicht weniger wahrscheinlich. Ganz unabhängig von den Erwartungen der Fans und des VW-Konzerns haben doch auch die Spieler eigene Ansprüche! An ihre eigene Leistung und mit Blick auf die Tabelle!
Natürlich wird nicht jeder Spieler mit Veh Weihnachten verbringen wollen. Das wollten sicherlich auch die wenigsten Kicker mit Felix Magath. Und es wird immer Leute im Kader geben, die sich unfair behandelt oder geringgeschätzt sehen. Das ist völlig normal. Immerhin gehören zum Team fast 30 Individuen, die auch in der Öffentlichkeit und auf der Gehaltsliste einen ganz unterschiedlichen Stellenwert genießen. Und Veh allein soll dafür verantwortlich sein, wenn – insbesondere im Falle von Misserfolgen – das Klima im Kader Schaden nimmt? Naja, Missgunst entwickelt sich bei uns sicherlich leicht, wenn man bedenkt, wessen Verträge überverhältnismäßig aufgebessert wurden und wer momentan keine Leistung bringt. Aber es müsse ja alles so einfach sein, schließlich habe man die Mannschaft ja zusammengehalten. Und warum sollten Spieler beim VfL Wolfsburg nach einem solchen Sensationserfolg in ein Loch fallen? Nur weil das so gut wie jedem Team in ähnlicher Situation so ergangen ist? Wieso sollte sich der stolze VfL an das Gesetz der Serie halten? Uns soll auch bloß keiner erklären wollen, unsere Spieler seien auch nur Menschen…
Halten wir mal folgende Punkte der Fairness halber fest: Während einige behaupten, das Team aus Mannschaft und Trainerstab habe im zwischenmenschlichen Bereich Probleme, erzählen andere Anhänger von gegenteiligen Insiderinfos. Zudem erklärt Marbach, der sich selbst dem Team sehr nah sieht, öffentlich, dass das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainerteam in Ordnung sei. Genauso äußern sich mehrere Spieler. Der Kapitän spricht von Veh nicht nur als „guten Trainer“, sondern gar als „Freund“. Letztlich ist anzunehmen, dass es bei VfL genauso aussieht, wie man es innerhalb einer von Wolke sieben gestürzten Mannschaft erwarten kann. Ein Blatt titelte: „Wolfsburg in der Meister-Depression.“ Leider ist es passiert, doch überraschend ist’s nicht unbedingt. Hier sollte jeder ganz, ganz sensibel mit Kritik umgehen und sich hüten, Veh für bestimmte Punkte konkret verantwortlich zu machen! Und dazu irgendwelche ominösen Theorien in einem offenen Brief aufzunehmen, ist mehr als zweifelhaft. Wer sich gerne als Hobbypsychologe betätigt, sei sein Hobby gegönnt. Wer Veh oder wem auch immer mit solchen Sachen ans Bein pinkeln will, sollte Butter bei die Fischen geben und mal Namen nennen. Irgendwas daherreden kann jeder. Im Übrigen ist es doch absurd, über fehlende Kommunikation zu sprechen. Magath war nie der große Redner! Und weinerliche Spieler gingen ihm auch voll ab. Da kann man eher darüber nachdenken, ob sich Veh vielleicht die falschen Assistenten gesucht hat, um für das psychische Wohls aller noch so sensiblen Spieler zu sorgen. Naja, ich vertrete die These, dass sich im Erfolgsfall eh wieder alle aneinander kuscheln würden. Dann ist das Nest immer bequemer.

Noch ein schönes Streitthema: Vehs Außendarstellung! Also manche Menschen, ob man sie nun persönlich kennt oder nur aus dem Fernsehen, sind einem sympathisch und andere nicht. Dass Veh ein spröder Typ ist, der nicht bei jedermann gut ankommen muss, ist auch klar. Und legitim. Aber was sagt das bitte über seine Qualitäten als Trainer und Leiter einer Gruppe von Fußballspielern aus? Nichts! Sicherlich kann man eine sachliche Diskussion führen, ob er es mit seiner Art versteht, seinen Spielern ihre Aufgaben zu vermitteln. Und wie ausführlich aufgeführt darf man hier doch große Zweifel haben. Aber seine angebliche „Emotionslosigkeit“ zu verurteilen oder gar als Entlassungsgrund auszulegen, ist gammliger Käse! Von Stuttgarter Spielern weiß ich aus den Medien, dass sie Veh – zumindest überwiegend – als fair und glaubhaft empfunden haben. Und dabei dennoch äußerst autoritär. Ludovic Magnin sagte mal: „Magath gilt als autoritär, Veh ist es.“ Allein einige Wolfsburger Fans wollen es mal wieder besser wissen. Dafür reicht ihnen ein Blick auf die Trainerbank oder auf den Trainingsplatz. Der Hohn: Vergleichen lassen muss sich Veh stets mit Magath, dabei werden beiden ganz ähnliche Charakterzüge nachgesagt. Dabei konnte sich Magath erlauben was er wollte, schließlich überstrahlte der Erfolg alles. Aber kein soll mir erzählen, Magath sei fair mit Santana, Jentzsch und Co. umgegangen. Magath hat sich Bauernopfer gesucht, um Exempel zu statuieren. Nur interessiert es niemanden! Veh wird dagegen jeder böser Blick negativ ausgelegt. Und seine Aussagen landen sofort auf der Goldwaage, werden dafür oft genug gar aus dem Zusammenhang gerissen. Ich sage nicht, dass er unfehlbar ist und nie gehörigen Quatsch erzählt, doch einen fairen Umgang erfährt er auch nicht.
Aber das Hauptproblem sehen ja viele in seiner „Emotionslosigkeit“. Merkwürdig auch hier, dass Veh vor seinem Amtsantritt in Wolfsburg durchaus als emotionaler Typ galt. Natürlich kein zweiter Jürgen Klopp. Aber ich persönlich finde das auch ganz gut, denn ich halte Klopps Rumgehampel an der Seitenlinie für nervtötend und kaum authentisch. Solche Showeinlagen brauche ich beim VfL nicht. Genauso wenig sehe ich mir Bohlen, Geissen oder Raab im TV an. Mir reicht Jan Hofer. Aber Geschmäcker sind halt unterschiedlich…
Und warum darf Veh nicht den Großteil der Spielzeit sitzen? Genau das macht Magath nämlich auch. Nur weil Felix, wenn er mal ausflippt, vulgär wird und den guten Ton vergisst? Macht das einen großen Motivator aus? Naja, vielleicht sollte sich Veh, wenn er mal über die Stränge schlägt, auch von TV-Mikros erwischen lassen. Dann hätte sich diese Diskussion vielleicht erledigt. Aber er hat auch nicht Magaths Vorteil, mit Zornesröte im Gesicht gleich wie der Inbegriff des Rumpelstilzchens zu wirken. Veh, aschfahl und seitengescheitelt, wird immer eher wie ein Banker rüberkommen. Dass er durchaus in Rage gerät, sogar mal auf die Tribüne verbannt wird… – das ist zwar so, wird aber auch bereitwillig übersehen oder halt ganz anders ausgelegt. Eben so, dass es in das Konstrukt der Kritiker passt. Dafür wird ja eh alles schwarz oder weiß angepinselt.
Dass Veh trotzdem nicht der größte Motivator der Bundesliga ist, mag durchaus stimmen. Aber brauchen wir den? Also Hitzfeld und Löw wirken auch eher geschäftsmännisch und arbeiten erfolgreich. Und sollte nicht eh jeder Spieler ausreichend motiviert sein? Pushen die Fans auf den Rängen nicht genug? Und warum wird Vehs Gebaren auf der Trainerbank eigentlich so hoch gehängt? Als wenn das Spiele entscheiden würde. Sollen die Kritiker doch gleich sagen: „Ich mag ihn nicht!“

Tja, bleibt noch die Erwartungshaltung. Vielleicht sollten manche sich erstmal vor Augen führen, dass Erwartungshaltung und Selbstwertgefühl zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe sind. Es geht doch nicht darum, dass wir demütig sein müssten und vor Augen behalten müssten, dass wir vor drei Jahren fast abgestiegen wären. Das war gestern. Der Blick richtet sich doch auf das Hier und Jetzt! Auch wenn ein bisschen mehr Demütigkeit auch nicht jedem VfL-Fan schlecht zu Gesicht stehen würde. Es ist tatsächlich so, dass nicht nur in Wolfsburg Fußball gespielt wird. Der Nabel der Welt ist unsere kleine Industriestadt auch nicht. Und nicht jeder Fußballer kommt freiwillig zu uns. Wir bleiben Provinz. Daran ändern auch Titel nichts. Doch sollte unser Selbstverständnis eh keinen Einfluss darauf haben, was wir vom VfL sportlich erwarten dürfen!
Vielleicht beschreibe ich einfach mal meine Erwartungen. Habe ich erwartet, dass der neue Trainer unsere Spieler in kürzester Zeit besser macht? Nein. Ich glaube eben nicht an Hexen und Zauberer. Und ich sehe in unserem Kader eigentlich nur Benaglio und Dzeko, die noch die nötige Jugend und das außergewöhnliche Talent haben, einen weiteren Schritt zum „Superstar“ zu machen. Viele andere Spieler sind zwar nicht übermäßig alt, doch verfügen auch nicht über unbegrenztes Potential. Schäfer mag ein Musterprofi sein, sich verbessern wollen und an sich hart arbeiten… – als Lionel Messi wird man geboren! Aber das alles bitte nicht falsch verstehen! Natürlich muss es das Ziel eines jeden Trainers sein, die Spieler zu Höchstleistungen zu treiben und dazu zu bringen, sich qualitativ zu bessern. Genauso muss es eines jeden Trainers Ziel sein, dass Spiel der Mannschaft zu verbessern. Aber das ist alles ein stetiger Prozess und gehört zum Tagesgeschäft. Man konnte nicht erwarten, dass wir in die Saison starten und unsere Spieler quasi über Nacht besser geworden sind. Ich stelle sogar in Frage, dass man erwarten hätte können, dass unsere Spieler das Niveau der Meistersaison ohne Weiteres halten.
Man darf nicht vergessen: die meisten Spieler, die Magath geholt hat, spielten vor relativ kurzer Zeit noch in verhältnismäßig schwachen Ligen. Wir haben mit Dzeko auch nur ein herausragendes Talent im Kader. Dass unsere Youngster und Spätstarter auf der Welle des Erfolges im letzten Jahr so richtig durchgestartet sind, war höchst erfreulich. Dennoch stecken viele noch in ihrer Entwicklung, die selbstverständlich auch Rückschläge und Leistungsknicks mit sich bringt. Und wie schon gesagt: unbegrenztes Entwicklungspotential haben auch nicht alle Spieler! Manche Kicker spielten sicherlich schon im letzen Jahr in der Form ihres Lebens. Mit Blick auf die Erwartungen hat man ja manchmal das Gefühl, wir würden nach den Bayern nach dem Titelgewinn über das überragende Spielermaterial verfügen! Dem ist aber nicht so! Es finden sich schon in der heimischen Liga auf fast jeder Position Spieler, die gegenüber den unseren talentierter und bereits besser sind. Zumindest wenn man die Spieler einzeln gegenüberstellt. Aber bitte auch das nicht falsch verstehen! Unterm Strich verfügen wir selbstverständlich über einen Kader, der in das obere Tabellendrittel gehört! Und der Titel war auch verdient und kein Zufall. Aber man sollte unsere Spieler trotzdem fair und sachlich beurteilen.

Letztlich haben wir eine Mannschaft, die hinter den Bayern (die haben halt das überragende Potential) für Platz 2 bis 9 gut ist. Läuft es optimal – und das bedeutet eben auch besser als bei der Konkurrenz – kann man wieder die Champ.-League erreichen. Hoffnung war zumindest erlaubt. Läuft es jedoch mies, ist genauso ein Abrutschen ins Mittelfeld möglich. Nun werden die Besserwisser wieder sagen: „Niemals! Wie sind Meister und haben im letzten Jahr überragenden Fußball geboten!“ Ja, aber…
Die Rückrunde war phänomenal, fabelhaft, geradezu unglaublich! Die Trefferquote der schiere Wahnsinn! Und wenn man sich die Spielverläufe anguckt, kann man sicher sein: im letzten Jahr war der Fußballgott ein Wolf! Wohlwollende Schiedsrichterentscheidungen, patzende Konkurrenten, Glück in brenzligen Situation und meist schon mit der ersten dicken Chance das Tor! Und natürlich Dusel wie gegen Bochum, Karlsruhe und bei vielen weiteren schwachen Auftritten! Wir erlebten das Spiegelbild dieser Hinrunde! Dass wir dennoch toll und den ligabesten Fußball geboten haben, will ich euch nicht ausreden! Wie gesagt: ein verdienter Meister! Aber konnte man erwarten, dass es so weiter läuft? Nein! Selbst dann nicht, wenn große Formkrisen ausgeblieben wären.
Ich denke, es sollten jene, die nun bei einer ähnlichen Erwartungshaltung die Krise anprangern und Veh harsch kritisieren, zwei gaaaaaaaaanz wichtige Punkte nicht unterschlagen: Erstens hatten wir auch im letzten Jahr viele miese Spiele – in diesen haben wir es meist nicht mal ansatzweise geschafft, das Spiel zu machen, und boten Magerkost fürs Auge – dabei und haben diese mit Dusel gewonnen! Zweitens gab es auch im letzten Jahr eine Hinrunde! Und damals war es für uns auch zu ertragen, dass man mal schlechter als der Gegner war und verlor! Leverkusen, Bayern, Hoffenheim… – die haben uns in der damaligen Hinrunde besiegt und sind in diesem Jahr eher noch stärker einzuschätzen. Wenn wir Vehs Hinrunde jetzt an der letztjährigen Rückrunde messen, müssen wir das mit der letztjährigen Hinrunde auch machen. Und besser als das, was wir in den vergangen Spielen meist gesehen haben, war das damals auch nicht. Richtig schlimm war einzig das Debakel gegen Dortmund. Vielleicht blenden einige nach dem furiosen Saisonfinale und traumhaften Siegen gegen Hannover und Bremen den Rest der Saison aus. Doch genauso wie damals nicht alles weiß war, ist jetzt nicht alles schwarz. Und auch Magath ist nicht unfehlbar. Dessen taktische Ausrichtung beim 1:4 in Stuttgart war sogar ein dicker Bock unseres damaligen Trainers.
Noch mal zusammenfassend Klartext: Alle sprechen davon, dass wir den Kader zusammengehalten haben und genauso stark auftreten müssten, wie im vergangen Jahr. Aber mehr oder weniger genau denselben Kader hatten wir auch schon in der vergangen Hinrunde! Wir sollten ganz schnell aufhören, nur die Rückrunde als Maßstab anzusetzen! Das betrifft einerseits die Ergebnisse. Doch andererseits sollten uns auch nicht einreden, jedes damalige Spiel schön und gut gespielt zu haben. Dem war nicht so! Und wer seine Erwartungen nur auf unsere Saisonhighlights aufbaut, wird auch unseren Spielern nicht gerecht! Entsprechende Erwartungen können sie nämlich gar nicht erfüllen, schließlich scheint auch uns die Sonne nicht ewig aus dem Po! Dazu macht man es dem neuen Trainerteam ungemein schwer. Und schließlich können Trainer und (!) Mannschaft nur verlieren.

Ein weiterer Kritikpunkt im Zusammenhang mit den Erwartungen: das Saisonziel! Auch wenn Veh dieses kaum allein zu verantworten hat. Ein Titel macht keinen Spieler über Nacht zu einem besseren Fußballer! Ich sehe letztlich neun bis zehn Mannschaften, die sich um die internationalen Plätze schlagen werden. Und auch wenn die Phrase oft strapaziert wird: In der Bundesliga kann jeder jeden schlagen! Dass man unsere Spieler fair beurteilen sollte, sagte ich bereits. Aber genauso trifft dies auf die Konkurrenz zu! Bremen, Hamburg (in der Rückrunde), Bayern und Schalke blieben im letzten Jahr weit unter ihren Möglichkeiten. Rufen diese Mannschaften ihr Potential ab, werden sie weit oben in der Tabelle stehen. Bayern ist eh stärker besetzt, doch auch die beiden Nordklubs waren uns vor Kurzem noch Jahre voraus. Die sind vielleicht ebenfalls individuell stärker als wir besetzt, doch darüber kann man streiten. Aber sicherlich sind sie mindestens gleichwertig besetzt. Und genau jene Überraschung, die uns unter Magath gelungen ist, ist in diesem Jahr auch Leverkusen oder Hoffenheim zuzutrauen. Beide Klubs spielten schon im letzten Jahr eine überragende Hinrunde. Und die Mannschaften sind reifer geworden, Spieler wie C. Eduardo und Toni Kroos starten jetzt so richtig durch. Zudem haben die ihren Kader mit wichtigen Führungsspielern (Hyypiä, Simunic) entscheidend verstärkt. Ohne Einbruch hätten die schon im letzten Jahr vor uns stehen können. Bitte erneut nicht falsch verstehen! Nein, wir müssen uns vor keinem Gegner verstecken. Ich sage jedoch: Solche Gegner müssen sich auch vor uns nicht verstecken! Und das gilt auch für Schalke. Magath stapelt extrem tief, kann aber nur gewinnen. Königsblau war mit fast derselben Mannschaft vor zwei Jahren nicht umsonst noch Titelkandidat! Die haben mit Rafinha, Kuranyi, Farfan und Rakitic hochtalentierte Spieler, die eine Stange Geld gekostet haben, und verfügen über ganz starken Nachwuchs. Dazu noch die Aufbruchstimmung nach dem Seuchenjahr mit „Magier“ Magath an der Spitze… – so kann es Schalke weit bringen und ist sicherlich ein Gegner auf Augenhöhe. Mitmischen müsste vom Potential her genauso der VfL Stuttgart. Hleb, Progrebniak, Kuzmanovic… – das sind schon nennenswerte Neuzugänge, wenn sie ihre Form finden. Auch ohne Gomez wir Stuttgart in der Rückrunde angreifen. Bleibt zudem noch Dortmund. Die sind vielleicht nicht auf Augenhöhe mit uns, was das Spielermaterial angeht, doch können mit Euphorie in die oberen Ränge stürmen.
Unterm Strich kommen wir aber auch ohne den BVB auf sieben Mannschaften, die sich sicherlich mit uns auf dem selben Niveau befinden! Im letzten Jahr wurden einige dieser Klubs sehr gebeutelt. Die gingen dafür mit Aufbruchstimmung in diese Saison, während wir als Meister nur verlieren können! Deren Spieler wollen sich beweisen, während unsere Spieler eher Angst haben, die Erwartungen nicht erfüllen zu können. Und dann erwartet unsere Jungs auch noch ein teilweise überkritisches Publikum. Einfach hatte es unser Team samt Trainer sicherlich nicht! Folglich muss man doch anerkennen, dass Platz fünf bei einer so großen Leistungsdichte in der Liga ein respektables Saisonziel darstellt. Setzen wir Bayern auf die Pole, wären das „nur“ drei Konkurrenten vor uns. Damit kann man je nach Saisonverlauf zufrieden sein oder nicht. Schwer genug wird das Erreichen des fünften Platzes allemal. Übrigens: Das Saisonziel wird stets mit dem Zusatz „mindestens“ formuliert. Dass man beim VfL die Hoffnungen hat oder zumindest hatte, doch besser abschneiden zu können, ist doch klar. Und zwar genauso klar, wie die bekannte Taktik, intern eigentlich ganz andere höhere Zielsetzungen auszugeben. Ohnehin hat jede Mannschaft gewisse Ansprüche an sich selbst und sollte keine formulierten Zielsetzungen als Alibi nutzen, nicht entsprechend motiviert zu sein. Wer denkt sich so was aus? Klar, einige Spieler sagen sich bestimmt: „Nur Platz fünf soll es werden? Ach, dann mache ich ein komplettes Spieljahr Schönwetter und will halt nicht mehr jede Partie gewinnen…“ So ein Quatsch! Jede Mannschaft will den bestmöglichen Erfolg! Und bevor man sich um Motivation Gedanken macht, sollte man genauso in Betracht ziehen, dass eine Mannschaft an übermäßigem Druck zeitweilig zerbrechen kann. Aber auch hier sehen Einige lieber in ihrer pechschwarzen Art einen Frevel. Wie man’s macht, isses falsch.
Pauschal zu behaupten, Platz fünf sei kein erstrebenswertes Ziel, ist gegenüber der Konkurrenz respektlos und insgesamt vermessen. Und das ist ganz sicher auch Ausdruck einer überzogenen Erwartungshaltung! Dennoch sind die Saisonziele in Gefahr, wenn wir uns öfters so präsentieren sollten wie zuletzt gegen den BVB. Und wenn wir unsere Schwachstellen im Defensivverhalten nicht in den Griff bekommen. Das bleibt außer Frage!
Ach, ja! Da war ja noch was: die Champ.-League! Also wer ZSKA als nicht mindestens gleichwertig einstuft, schaut nicht über die Bundesgrenze. Manchester spielt selbst mit seiner C-Elf in einer anderen Liga, hätte gegen uns aber mit ein bisschen mehr Pech Punkte einbüßen können. Dem VfL fehlte im Umkehrschluss das Glück. Genauso beim 0:0 daheim gegen Besiktas, die Chancen zu einem Dreier waren da. Wirklich schlecht war nur die zweite Halbzeit in Moskau. Und selbst in Russland kam zusätzlich Pech hinzu. Unterm Strich bleibt jedoch eine ordentliche erste Champ.-League-Teilnahme, die leider durch ein frustrierendes Ausscheiden überschattet wird. Aber keiner kann sagen, man habe die Erwartungen, die man haben durfte, gänzlich nicht erfüllt. Ein enger Kampf zwischen ZSKA und Wolfsburg war absehbar, ein Ausscheiden zumindest keine Schande. Und das Minimalziel, die Europaliga, wurde erreicht. Auch wenn sie nur einen schwachen Trost darstellt, da man schließlich zwei Matchbälle liegen ließ. Vor Beginn der diesjährigen Champ.-League-Saison konnte man dennoch kaum von einer Pflicht sprechen, das Achtelfinale zu erreichen. Das war schließlich nicht Stuttgarts Gruppe. Bleibt noch das Aus im Pokal. Schwach gespielt, viel Pech gehabt (bzw. dumm vorm Tor angestellt), ausgeschieden… – eine Partie reicht halt und die Sache hat sich erledigt. Das sollte man auch nicht zu hoch hängen.

Bevor nun wieder der Verdacht aufkommt, ich wolle nur Veh entlasten oder ihn gar heiraten, ziehen wir ein nüchternes Fazit und wagen einen kleinen Ausblick. Veh trat mit dem Ziel an, den Fußball des VfL weiterzuentwickeln. Zielsetzung: mehr Variabilität, Dominanz und Attraktivität. Gelungen ist ihm das bislang nicht. Die Spieler zogen nicht vollends mit, die Negativerlebnisse belasteten zunehmend Stimmung und Selbstsicherheit, Formkrisen verschärften sich und bislang gingen die meisten Versuche des Trainers, das Ruder wieder herumzureißen, eher in die Hose. Nachdem nach dem sehr ansehnlichen Freiburg-Spiel noch Hoffnung aufkeimte, reagiert nach dem grausamen Spiel gegen Dortmund eher die Befürchtung: es wird noch schlechter, bevor es besser wird. Umstellungen in der Abwehr folgten nur weitere Umstellungen. Systemänderungen sorgten genauso wenig für das Ausbleiben folgenschwerer Patzer. Konnten wie anfänglich noch die Defensivtaktik kritisieren, stehen wir nun sogar bei einer viel defensiveren Taktik sperrangelweit offen. Es bleibt die Erkenntnis: alle machen Fehler! Und natürlich auch der Trainer. Aber was hier abgeht, ist schon enorm!
Und man erlebt natürlich nun auch bei uns die Kritiker, die auch ihren Löchern krabbeln und behaupten, es ja eh „gleich gewusst“ zu haben. Was denn bitte? Dass Veh trotz seiner Fehler, der schwachen Hinrunde und seiner Persönlichkeit ein respektabler Trainer ist, steht doch wohl trotzdem außer Frage! Die Meisterschaft mit Stuttgart war eben kein Zufall! Und deren Zustandekommen auch ganz bestimmt nicht glücklicher als unser Erfolg! Wie ich schon schrieb: Wir haben genug spiel- und passstarke Spieler in den eigenen Reihen. Mit dem Kader muss man nicht zwingend Magaths Konterfußball spielen! Ich sehe es nicht so, dass Vehs Fußball mit unseren Spielern nicht „kompatibel“ sei, wie es sich zum jetzigen Saisonzeitpunkt vielleicht leicht behaupten lässt. Ja, sie haben es nicht hinbekommen! Genauso hat es Veh nicht hinbekommen! Aber es hätte funktionieren können… – und vielleicht kann es das noch immer?! Hellsehen kann tatsächlich niemand.
Blicken wir doch mal zurück. Wen hätte der Aufsichtsrat damals verpflichten sollen? Hirngespenste wie Hiddink, Rijkaard (übrigens ein Typ wie Klinsmann, der einen Fachmann neben sich braucht) oder Scolari konnte man damals kaum ernst nehmen. Genauso wie heute, wenn es zu einer Veh-Nachfolgerdiskussion kommen sollte. Ohnehin halte ich Trainer, die nicht Deutsch sprechen, für nicht tragbar. Die so genannten “Welttrainer” finden wir bestenfalls bei Nationalmannschaften oder in der Premier League. Und ein bisschen Englisch kann jeder. Deutsch dagegen ist eine sehr schwere Sprache für einen Sprachanfänger. Und die Amtssprache im Klub und rund um das Team wird Deutsch bleiben! Und das ist auch gut so! Schaut euch doch mal an, wie viele Trainer ohne Sprachkenntnisse in die Bundesliga gewechselt sind. Eigentlich nur Trapattoni, der in seinem ersten Jahr bei den Bayern erfolglos blieb. Namen wir Martin O’Neill, nur weil sie momentan auf dem Markt sind, sind kaum realistisch. Genauso spricht auch Däne Michael Laudrup kein Deutsch. Und betont heute nach seiner Zeit bei Lok. Moskau, dass er gelernt habe, wie wichtig es sei, die Sprache zu sprechen. Wen gab der Markt damals her? Slomka und Veh. Und wenn man sich etwas früher gerührt hätte vielleicht auch noch Skibbe. Blieben noch Matthäus und der wohl sauteure Schuster, die jedoch beide als eigensinnige Typen gelten. Hätten die zum VfL und zum Konzern gepasst? Wohl kaum. Schließlich suchte man doch einen Teamplayer, der mit der Mannschaft seriös weiterarbeitet. Eben keinen Exzentriker, der einen völlig neuen Wind mit sich bringt. Letztlich waren nur Veh und Slomka realistisch. Vom Hocker gehauen hat mich auch keiner dieser Kandidaten, dennoch sind das fachkundige Trainer, die es grundsätzlich können. Und für Veh sprach nun mal seine größere Ähnlichkeit zu Magath als autoritärer Typ der alten Schule, seine Erfahrungen und Lorbeeren nach einer gewonnenen Meisterschaft und seine Erfahrungen in der Doppelfunktion aus Augsburg. Und seine Philosophie klang und klingt grundsätzlich vielversprechend und attraktiv. Lange Rede, kurzer Sinn: die Entscheidung für Veh war damals absolut okay! Diejenigen, die heute behaupten, es schon damals besser gewusst zu haben, sind Schwätzer! Dass seine Arbeit nicht sofort von Erfolg gekrönt war bzw. ist, konnte man nicht vorhersehen. Sicher war nur, dass er keinen einfachen Job antreten würde. Dennoch hatte auch ich mir bis zur Winterpause mehr erhofft.

Wie schon oft genug betont, macht auch Veh Fehler. Und die halbe Saison ist nun fast vorbei. Wollen wir Platz fünf noch erreichen, müssen wir mehr Punkte holen. Egal wie! Und eine Sache wird auch Veh klar sein: starten wir schlecht in die Rückrunde, brennt bei uns in kürzester Zeit richtig der Baum! Dafür sind die Erwartungen in Wolfsburg – ob nun angemessen oder nicht – zu hoch. Bislang habe ich große Zweifel, dass Veh, den ich durchaus für einen guten Trainer halte, auch der richtige Mann in Krisenzeiten ist. Er scheint ein wenig mit seinem Latein am Ende. Allerdings waren gegen Freiburg und in manch anderen guten Phasen in den Spielen zuvor Fortschritte zu erkennen, allein das vielleicht knotenlösende Erfolgserlebnis blieb aus. Siege auf Schalke, in Istanbul und in Hoffenheim hatten offenbar keinen Aha-Effekt. Dass die Mannschaft gegen Veh spielen würde, erkenne ich keinesfalls. Dennoch war der Auftritt gegen Dortmund eine gefühlte Bankrotterklärung. Die Mannschaft hat nun angekündigt, auch für den Trainer spielen zu wollen. Das allein lässt die Verunsicherung nicht verschwinden. Also wird man beim Saisonabschluss gegen Frankfurt ganz genau hingucken müssen!
Oftmals muss der Trainer gehen, weil ein Bauernopfer zwingend erforderlich ist, um die nötigen neuen Impulse zu geben. Dann interessiert es keinen, wie viel Pech man hatte, wie viele Schiedsrichterfehlentscheidungen man erdulden musste oder wer alles verletzt oder unerklärlich formschwach war. Ein Trainerwechsel steht dann gleichermaßen für einen Schlussstrich und für einen Neuanfang. Veh wirkt meines Erachtens nicht wir der Typ Trainer, der es versteht, neue Kräfte freizusetzen. Doch manchmal liegt es auch allein an der Mannschaft, sich zusammenzureißen und endlich aufzuraffen. Ich will mich also nicht festlegen, ob wir schon so weit sind, dass wir diesen Wechsel brauchen. Auch Trainerwechsel sind nicht immer die richtige Lösung. Aber vielleicht weiß man nach dem 17. Spieltag schon mehr. In die sportliche Schieflage – die jedoch keinesfalls so prekär ist, wie sie sich für uns Fans anfühlt – hat sich letztlich das ganze Team einschließlich seiner sportlichen Leiter manövriert. Vielleicht kommen sie da auch gemeinsam wieder heraus. Vielleicht auch nicht. Das hat nun der Aufsichtsrat zu entscheiden.
Jedoch sollte auch nachvollziehbar sein, welches Ausmaß eine Suspendierung Vehs zur Winterpause hätte. Und damit meine ich nicht auf dem grünen Rasen. Wenn ich mich auf dieses System mit der Dreifachfunktion in Personalunion festlege, lege ich eben auch die mittelfristige Planung in die Hände dieses Mannes. Und wenn ich will, dass mittelfristig perspektivisch gearbeitet wird, muss ich eben auch bereit sein, kurzfristigen Misserfolg auszusitzen. Aber genau damit haben wir doch ein Problem! Es werden geradezu Existenzängste geschürt! Als wenn bei uns alles auseinander brechen würde, wenn wir nur Siebter oder Achter werden. Natürlich darf und soll sich der VfL mit einem solchen Abschneiden nicht zufrieden geben! Aber ich muss auch anerkennen, dass so was in unserer ausgeglichen Liga eben verhältnismäßig leicht passieren kann. Wir sind nicht die Bayern, deren Potential höher liegt als das von allen anderen. Und mal so nebenbei: Arsenal und Manchester Utd. hatten in den vergangenen Jahren auch immer mal wieder enttäuschende Phasen! In denen wehte Wenger und Ferguson heftiger Wind ins Gesicht und sie mussten sich Kritik gefallen lassen. Existenzängste gab es in dieser Form aber nicht und es wurden die Teammanager auch nicht gleich zu Disposition gestellt. Bei uns in Deutschland schreit man Trainerwechsel geradezu herbei… – es geht aber eben auch anders.

Sei’s drum. Gucken wie abschließen, was der Markt im Winter hergeben könnte. Matthäus wird wohl kaum ernsthaft in Erwägung gezogen. Schuster, in den letzten Jahren auch nie Favorit unseres Aufsichtsrats, wird wohl in Spanien einen neuen Job annehmen. Immer noch verfügbar: Slomka! Dass auch Slomka ein fachlich guter Trainer ist, denke ich schon. Und er hat ein äußerst sympathisches Auftreten, wirkt mehr wie der Kumpeltyp. Ich habe allein die Befürchtung, dass sich solche Trainer schnell abnutzen. Und ich würde gerne sehen, dass beim VfL Kontinuität einkehrt, wie wir sie eigentlich nur aus Bremen und von Hitzfelds Schaffen in München kennen. Trainer, die ich meist als Lila-Laune-Trainer umschreibe, will ich beim VfL nicht sehen. Ob Slomka in diese Kategorie fallen würde? Ich kann es mir zumindest gut vorstellen. Bei Thomas Doll oder Neururer bin ich mir ziemlich sicher.
Neu auf dem Markt sind nun Lucien Favre, Marcel Koller und Dieter Hecking. Allesamt Trainer der Garde, die Experten gerne als „Konzepttrainer“ beschreiben. Aber was unterscheidet diese Kandidaten in ihrem Auftreten von Veh? Eigentlich nicht viel. Und spröde Typen scheinen im schaulustigen Wolfsburg nicht angesagt. Dass diese Leute es fachlich drauf haben, denke ich schon. Favre wäre von den genannten Alternativen sogar mein Favorit. Und dabei habe ich nicht nur im Auge, was er mit bescheidenen Mitteln bei Hertha geschafft hat. Dort sorgte er für eine bombensichere und spitzenmäßig organisierte Defensive. Eben das, was uns zurzeit völlig abgeht. Aber in Zürich hat Favre auch gezeigt, dass er ein Team schönen und erfolgreichen Offensivfußball spielen lassen kann. Aber: Auch Favre wird wie jeder andere Kandidat von seinen Spielern verlangen, seine Philosophie zu verinnerlichen und umzusetzen. Es gibt keine Garantien, dass es einem anderen Trainer besser als Veh gelingt. Insbesondere dann nicht, wenn derjenige auf eine für die Spieler taktisch anspruchsvollere Spielanlage setzt. Okay, vielleicht habe ich einige Kandidaten vergessen…

Zuletzt will ich mich noch mal von den Foren-Idioten distanzieren, die glauben Veh als „A…loch“, „H…sohn“ oder sonst was bezeichnen zu müssen. Was bilden sich diese Deppen ein? Denen sollte man nicht nur lebenslang den Account sperren, sondern einen Besuch abstatten und den Heim-PC zertrümmern. Generation Doof! Wo soll das noch hinführen?!

Offener Brief von Fans an den Aufsichtsrat des VfL Wolfsburg

Dezember 10, 2009 by admin  
Filed under Fans, VfL Wolfsburg

Im Internet kursiert ein offener Brief von Teilen von Fans des VfL Wolfsburg der an den Aufsichtsrat gerichtet ist. Ich persönlich kann mich inhaltlich nicht voll damit identifizieren, werde diesen Brief jedoch im Interesse einer sachlichen Diskussion hier veröffentlichen. In Anschluss daran ein kleiner Kommentar von mir.

Der Brief ist von vor dem Ausscheiden aus der Champions League.

Sehr geehrter Aufsichtsrat,

am 23.05.2009 feierte die ganze Wolfsburger Region den größten sportlich regionalen Erfolg der Geschichte. Über 100.000 Fans feierten die Mannschaft in Wolfsburgs Innenstadt, ganz Deutschland freute sich über die Stadt und die Fans. Es wurde eine Euphorie entfacht, die sich in der folgenden Saison unter anderem in den Zuschauerzahlen widerspiegelt. 21.500 verkaufte Dauerkarten und ein regelmäßig ausverkauftes Stadion spiegeln dies wieder. Der VfL Wolfsburg scheint in der Region und der Bundesliga angekommen zu sein.
Auf der Meisterfeier erklärte Prof. Dr. Martin Winterkorn, dass der neue Trainer mit “V” beginnen würde, nachdem Armin Veh über Wochen als Favorit galt, war die Verpflichtung von Armin Veh besiegelt. Eine neue Ära in der Wolfsburger Fußballgeschichte sollte eingeläutet werden. Wir Fans waren anfangs skeptisch, denn der Lebenslauf erschien nicht sonderlich erfolgreich, doch nach seiner ersten Pressekonferenz gewann er viele Fans für sich.

Er gab Ziele vor, die vielen recht waren. So wollte er einen weiteren Topstürmer, das System umstellen und vieles mehr. Er erschien glaubwürdiger als Magath zu sein, was manchem Fan gefällt, im Geschäft jedoch nicht wichtig ist. Seine Präsentation war überzeugend, deshalb wurde er wohl auch verpflichtet.

Da unsere Lokalpresse scheinbar den Konflikt mit dem Trainer und Geschäftsführer Armin Veh scheut und sich nicht traut, die aktuellen Probleme beim VfL anzusprechen und sich die überregionale Presse lieber über die vermeintlichen Probleme beim FC Bayern interessiert, versuchen wir uns so Gehör zu verschaffen, um ohne Pfeiffkonzerte und „Veh-Raus“ Rufe dem Aufsichtsrat die Probleme aufzuzeigen. Es soll Ihnen die Möglichkeit eingeräumt werden, vor einer Eskalation und einer äußerst negativen Presse reagieren zu können, in welche Richtung auch immer. Ihnen sollte mittlerweile durch Leserbriefe, Kommentare und Umfragen deutlich geworden sein, dass hier keine Minderheit mehr spricht. Im offiziellen VfL Wolfsburg Forum fand eine Umfrage statt. In der lehnten 63% der Fans den Trainer ab (bei 250 Stimmen). Wenn Ihnen dies nicht repräsentativ sein sollte, werden wir eine Unterschriften oder – Aufkleberaktion starten.

In diesem Brief soll beschrieben werden, welche Fehler vom Trainer Veh gemacht werden. Wir stützen uns dabei auch auf statistische Fakten, Insiderinformationen aus dem Team und eigenen Erfahrungen aus unteren Ligen.
Wir werden folgende Punke darlegen und analysieren und hoffen, dass Sie dadurch eine andere Sicht auf die Sachlage bekommen:
1. Die Ausgangslage und die taktische Ausrichtung / das Spielsystem
2.1 Das Abwehrverhalten
2.2 Der Fall Andrea Barzagli
3. Die Kaderplanung
4. Das Training
5. Das neue Mannschaftsgefüge
6. Die Zielsetzung / Außendarstellung
7. Fazit

1. Die Ausgangslage und die taktische Ausrichtung / das Spielsystem
Die Meisterschaft des VFL Wolfsburg war 2009 kein Zufallsprodukt, welche aus der Schwäche des FC Bayern resultierte, sie ist auch nicht mit der Meisterschaft des VFB Stuttgarts von 2007 zu vergleichen.
Der VFL Wolfsburg stand die letzten 10 Spieltage an erster Stelle der Bundesliga, die Top 6 der Tabelle wurden besiegt, z.T. sogar auswärts. Der Erfolg ist vor allem auf den herausragenden Sturm um Dzeko und Grafite sowie dem Vorlagengeber Misimovic zurückzuführen, die Rekorde knackten. Aber auch die Abwehr war hauptverantwortlich, für diesen Erfolg. Die wenigsten Gegentore in der Rückrunde, die meisten „zu null“ Spiele und die meisten Abseitsstellungen sprechen eine eindeutige Sprache. Jan Simunek und Andrea Barzagli zeichnen sich hierfür außerordentlich verantwortlich.
Der VFL Wolfsburg schoss die meisten Kontertore, bekam jedoch die wenigsten Kontergegentore. Das Spielsystem war auf ein schnelles Kombinationssystem ausgelegt, mit möglichst wenigen Ballkontakten zum gegnerischen Strafraum zu gelangen. Das Flügelspiel war furios, vor allem durch die Doppelung beider Seiten.

Der Zustand in dieser Saison ist ein völlig anderer:
Armin Veh kündigte beim Amtsantritt an, die Grundtaktik zu ändern. Die Begründung war, dass man als Deutscher Meister nicht kontern könnte, da die Gegner defensiver agieren würden. Wenn man sich jedoch alle Spiele anschaut, so gab es keine Mannschaft, die sich hinten reinstellte. Die Aufsteiger reisten sogar mit dem Ziel an, drei Punkte zu entführen. So geschehen gegen Mainz und Nürnberg. Thomas Tuchel ärgerte sich sogar nach einem späten Ausgleichstreffer für seine Mannschaft, dass er nicht gewonnen hat.
So muss hier hinterfragt werden, wieso das Spielsystem einer funktionierenden Mannschaft unbedingt geändert werden musste. Wäre es nicht klüger gewesen, das System zu perfektionieren?
Jedes Team hat eine bestimmte Spielphilosophie, so spielt der FC Liverpool seit vielen Jahrzehnten eher aus einer defensiven Ordnung heraus, Real Madrid hingegen steht für Spektakel und defensive Schwächen. Dies sind Extrembeispiele, doch auch dort kommt keiner auf die Idee, ein funktionierendes System zu ändern.

Armin Veh möchte mittels Pressing und Kurzpass zum Erfolg kommen. Voraussetzung hierfür sind technisch starke, schnelle Fußballer. Doch der Kader des deutschen Meisters ist hierfür nicht ausgelegt. Die Mannschaft ist zweikampfstark, und lebte von einem System, in dem jeder Spieler seine Aufgabe hatte.
Als Beispiel kann Grafite gelten. Das Sinnbild des derzeitigen Mißerfolgs. Grafite ist kein technisch starker Spieler. Er ist viel mehr ein Stürmer, der robust, schnell und nervenstark ist. Im höchsten Tempo ist er stark, kann dann kaum gestoppt werden. Hierfür sind Steilpässe erforderlich. Viele Tore in der Vergangenheit hat er auf diese Weise geschossen.
In dieser Saison bekommt er den Ball jedoch in den Fuß gespielt, während er steht. Als Torschützenkönig wird er sofort attackiert und kann aufgrund seiner Größe und seines Gewichts kaum seine Stärken ausspielen. Die Folge sind Ballverluste. Misimovic bestätigte erst vor dem CL-Auftritt in Moskau, dass die Bälle in den Fuß gespielt werden sollen, dass dies die Anweisung vom Trainer sei.
Aber kann Tempofußball so gespielt werden? Ist ein Passen in den Lauf nicht logischer, da dann der Spieler keine Geschwindigkeit verliert und so leichter an Gegenspielern vorbei gehen kann? Oder er sogar direkt flanken kann?

Armin Veh änderte also die ursprünglich so erfolgreiche und vor allem auch sehr attraktive Spielart innerhalb kürzester Zeit. In den ersten Spielen stand der VfL noch relativ dicht gestaffelt. Gegen Wiesbaden, Stuttgart und Köln konnte man das alte System noch teilweise gut erkennen, in der Saisoneröffnung gegen Stuttgart war der VfL immer noch fleißig dabei, die Schwaben aus zu kontern und sicher zu stehen. In diesen 3 Spielen fielen 9 Tore für den VfL, im Gegenzug bekam man zwei Gegentore.
Im Heimspiel gegen den HSV kam es aber bereits zu ersten Auflösungserscheinungen. Folgende Bilder deuten es an:

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So rückte das Mittelfeld nicht mehr nach und aus dieser 3 gegen 4 Situation fällt das erste Gegentor. Außerdem trafen die Stürmer nicht mehr, während die Bälle früher in den Lauf gespielt wurden, entwickelte sich das Spiel des VfL mehr und mehr zum Standfußball, Grafite wurde als Beispiel schon bereits beschrieben.
Die Raumaufteilung sieht prima aus, nur leider raubt sie uns die Qualitäten unserer Stürmer:

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Dzeko konnte dies aufgrund seiner Qualitäten am ehesten von beiden kompensieren, allerdings ist auch er deutlich stärker, wenn er aus dem Raum mit Robustheit und Dynamik kommt.

2.1 Das Abwehrverhalten
Das Kurzpassspiel hat beim VFL Wolfsburg zur Folge, dass die Spieler weniger Tempo spielen. Es werden viele Sicherheitspässe gespielt. Dafür stehen die beiden Außenspieler der Raute zu mittig. Dies ist durch das Passspiel bedingt. Dadurch sind die Flügel jedoch nicht besetzt, das Spiel wird in der Mitte zu eng und führt zu Ballverlusten.
Dies wäre nicht dramatisch genug, wenn es nicht die Räume geben würde, wie es seit dieser Saison der Fall ist. Die Ursache ist, dass es ein zu großes Loch zwischen Abwehr und Mittelfeld gibt.
Dieses Loch gibt es seit dem Wechsel des Innenverteidigerduos Simunek / Barzagli zu Costa / Madlung. Ersteres stand sehr dicht auf Höhe des Mittelfeldes, um oft auf Abseits spielen bzw. um Bälle ablaufen zu können. Es wurde versucht, dass Spiel auf einem Korridor 20m beidseitig des Halbkreises zu führen, um durch Fehler des Gegners in Ballbesitz zu gelangen. Costa und Madlung vertrauen hingegen eher auf ihre Zweikampfstärke und stehen sehr tief. Es wirkt, als hätten sie Angst, ein Laufduell verlieren zu können.
Als Beispiel kann nahezu jedes Tor dieser Saison herangeführt werden. Zuletzt das Tor zum 2:1 in Moskau.

In der letzten Saison kassierte der VfL Wolfsburg 3 Kontergegentore nach 34 Spielen, in dieser Saison 10 nach 13 Spieltagen. Dabei wurde das Defensivverhalten immer desaströser:

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Statt Verbesserung folgte Verschlechterung.

Interessanterweise funktionierte in der Vergangenheit nur ein Duo:
Das Duo Costa / Madlung gab es schon in der Hinrunde der Saison 2007 / 2008. Es war nicht erfolgreich und unsere damaliger Trainer änderte es und ließ Costa / Simunek spielen. Der UEFA-Cup konnte noch erreicht werden.
In der Saison 2008 / 2009 wurde Andrea Barzagli als Abwehrchef verpflichtet. Er erfüllte die Aufgabe und absolvierte alle 34 Saisonspiele vollständig. In der Hinrunde verteidigte er oft mit Alexander Madlung, mit mäßigem Erfolg. Die Kombination mit Ricardo Costa klappte überhaupt nicht. In der Rückrunde gab man dem Duo Barzagli / Simunek das Vertrauen, mit überragendem Erfolg.

2.2 Der Fall Andrea Barzagli
Vergangen Montag im kicker gab es ein Interview, in dem Armin Veh zu Ricardo Costa befragt wurde. Nach zwei Heimspielen gegen zwei Aufsteiger mit jeweils drei Gegentoren in Folge sagte er über Costa folgendes: „Er hat mich bislang in allen Spielen überzeugt.“
Dies macht skeptisch, dazu sagte er:„Er macht fast keine Fouls.“

Wir Fans finden das komisch. Rein statisch gesehen foult Ricardo Costa alle 45 Minuten, Andrea Barzagli foulte in der Meistersaison alle 106 Minuten. Dies unterstreicht einen noch folgenden Abschnitt zur Förderung gewisser Lieblingsspieler (s. Mannschaftsgefüge).
Tatsächlich ist es so, dass der VfL mit Barzagli als Abwehrchef in der letzten Saison durchschnittlich 3,2 gegnerische Torchancen zu lies (Ligaspitze). Mit dem neuen System von Armin Veh und dem Abwehrchef Ricardo Costa lies der VfL durchschnittlich 5,3 gegnerische Torchancen zu, und das gegen die Topmannschaften aus Bochum, Gladbach, Berlin, Mainz, (Hoffenheim) und Nürnberg. Also fast doppelt so viele Torchancen – übrigens erarbeiteten sich diese 6 Gegner von Spiel zu Spiel mehr Torchancen, nicht nur subjektiv wirkt es so, dass die Abwehr je Länger Armin Veh Trainer ist schlechter wird, auch statisch ist es so.

Zu der Zeit als Andrea Barzagli unser Abwehrchef war stellten wir 203 Mal die Gegner in 34 Spielen ins Abseits, absolute Ligaspitze und wahrscheinlich ein Rekord der Jahre anhalten wird, dies entspricht ca. sechs Abseitsstellungen pro Spiel, aktuell werden die Abseitsstellungen aber so realisiert:

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Andrea Barzagli und Jan Simunek ergänzten sich prima, Barzaglis Antizipation, Stellungsspiel und Taktik gepaart mit Simunek´s Schnelligkeit und Zweikampfstärke sorgten dafür, dass sie mit 1,0 Gegentoren die beste Abwehr beim VfL in den letzten 5 Jahren stellten. Leider gehören Barzagli und Simunek zu den ignorierten Spielern, sie werden unter Armin Veh voraussichtlich trotz ihrer Qualitäten keine Chance mehr erhalten.
Costa und Madlung dagegen bildeten konstant eines der schlechtesten Duo´s in den letzten 3 Jahren. Nicht nur die 9 Gegentore in den vergangenen 6 Ligaspielen, sondern auch schon Anfang der Saison 07/08 als Armin Vehs Vorgänger das Problem der beiden sah und es notwendig hielt Barzagli zu verpflichten.

3. Die Kaderplanung
Das Abwehrverhalten hat es schon gezeigt. Die beiden Innenverteidiger Madlung und Costa haben es nicht geschafft, sich dauerhaft, erfolgreich zu etablieren. So wurde der Vertrag von Alexander Madlung auch nicht vom Vorgänger verlängert. Ricardo Costa war ebenfalls schon aussortiert. Stattdessen sollte ein starker Innenverteidiger verpflichtet werden, wie das Gerücht um Gamberini vom AC Florenz u.a. zeigt.
Armin Veh wusste um diese Situation. Trotzdem vertraute er den „Aussortierten“ und verlängerte sogar den Vertrag mit Alexander Madlung. Eine Verstärkung der Defensive blieb aus.
Nach drei Wochen merkte Armin Veh jedoch seinen Fehler, jedoch zu spät, denn die Transferliste wurde geschlossen. Trotzdem müssen auch die Gerüchte um Höwedes hinterfragt werden. Dieser Spieler ist nur ein Talent, mit Simunek hat man einen ähnlichen Spieler bereits in den eigenen Reihen.

Ein anderer Fehler stellt die Planung des Mittelfeldes sowie der Position in der linken Verteidigung dar. Schäfer ist der einzige Spieler im Kader, Formschwächen konnten schon in der Vergangenheit nicht kompensiert werden. Eine Alternative wurde nicht verpflichtet.
Im Mittelfeld wurden für 12 Millionen Karim Ziani und Kahlenberg verpflichtet. Ersterer wurde bei Olympique Marseille ausgemustert, war jedoch der Wunschspieler Armin Vehs. Er offenbart regelmäßig taktische und defensive Schwächen, die bei einer Beobachtung auffallen hätten müssen. Allerdings ist er ein extrem schneller Spieler, der wie Martins seine Stärken bei Kontern hat. Wenn man aber nicht auf Konter spielen will, wieso verpflichtet man solche Spieler?
Kahlenberg hingegen ist durch seine Verletzung nicht bewertbar, seine Vergangenheit hätte die Anfälligkeit jedoch auch gezeigt.

4. Das Training
Wir sind keine Bundesligatrainer, aber soviel wissen wir mittlerweile: Durch regelmäßiges Training bei allen Witterungsbedingungen kam der VfL Wolfsburg letztendlich auch zum Erfolg. Es wurden viele Dinge trainiert, in der jetzigen Saison jedoch nicht mehr.
Der VFL leidet unter einer Desorganisation, die wohl nur durch Training behoben werden kann. Spielzüge, das Verteidigen gegen den Ball, der Abschluss; Alle Elemente können trainiert werden.
Beim Trainer Veh wird dies nicht getan. Es findet kein Einstudieren von Spielzügen statt, Standards werden nicht trainiert, Flanken werden nicht trainiert, auch der direkte Abschluss nicht. Stattdessen wird das Passgeschiebe trainiert, ob kurz oder lang.
Auch ein Training des Zweikampfverhalten findet nicht statt. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der VFL von der Abschlussstärksten Mannschaft zu einer der schwächsten geworden ist (Verweis auf Grafite und Dzeko), von einer Mannschaft mit einer hohen Zweikampfquote (gewonnene Zweikämpfe) zu einer Zweikampf schwachen Mannschaft. Als Beispiel kann hier Barzagli und Josue bzw. Riether genommen werden. Diese drei Spieler hatten eine Quto von min 65% gewonnener Zweikämpfe, in dieser Saison haben sie Mühe, die 50% zu schaffen.

5. Das neue Mannschaftsgefüge
In der letzten Saison gab es hinter den Kulissen kaum Streit, Neid oder Missgunst, man hatte einen gemeinsamen Gegner, den damals sehr harten Trainer, das schweißte zusammen, man war ein Team. Außerdem gab es unter dem ehemaligen Trainer Teambuilding-Maßnahmen. Während die Mannschaft früher am Abend vor dem Spiel ins Kino ging und am Vormittag vor dem Spiel im Cafe war, so wurde dies alles abgeschafft. Das einzige offizielle Teambuilding fand auf der Bowlingbahn statt, vorgeschlagen von der Mannschaft, nicht vom Trainer! Inoffizielle Teambuilding-Maßnahmen gibt es in dieser Saison allerdings auch, so ist es nicht ungewöhnlich, wenn Niederlagen gegen Nürnberg bis Nachts um 5 in der Disco gefeiert werden.

Der Vorgänger Felix Magath war nicht gerade für seine Kommunikation mit den Spielern bekannt, allerdings wird dies vom momentanen Trainer um Längen geschlagen. Wir wissen dies aus Gesprächen mit den Spielern selbst, und es handelt sich dabei nicht nur um frustrierte Spieler.
Mit einzelnen Spielern wird nicht mehr geredet, über die Leistung des Spielers fällt kein Wort, der Spieler weiß nicht wo er steht. Dazu werden die Spieler unterschiedlich behandelt: Manche genießen im Training und außerhalb des Platzes gewisse Privilegien, andere werden komplett ignoriert oder bei Fehlern bestraft. Dadurch entstanden Zwist und Streitigkeiten innerhalb der Mannschaft, dies wird zwar nicht nach außen getragen, ändert aber leider nichts an der Wahrheit.

Dazu erhalten viele Spieler keine zweite Chance, spielen sie schlecht und zählen sie nicht zu den „Lieblingen“, werden sie ignoriert. Der Trainer bewertet schwache Spiele als Angriff auf seine Person, somit haben viele keinen Anreiz sich zu steigern, da die Lieblingsspieler spielen dürfen wie sie wollen und die ignorierten Spieler sich im Training noch so sehr anstrengen können, es nützt nichts.
Dazu ist Armin Veh nicht gleichmäßig streng, Jungnationalspieler und andere Spieler mit einer Lobby werden weniger hart bestraft als andere, dadurch schädigt er weiterhin die Teamchemie.

6. Die Zielsetzung / Außendarstellung
Mit Armin Veh wurde nach der Meisterschaft ein Trainer den Fans präsentiert, der die Erfolge Magaths fortführen sollte. Der Eigner Volkswagen gab als Ziel vor, dauerhaft international vertreten zu sein, möglichst in der Belletage. Hinzu kam die damalige Ausrichtung Magaths, dauerhaft um Titel zu spielen.
Vergleicht man diese mit der Zielsetzung des neuen Trainers, kommt man ins Staunen. Dieser hält eine Titelverteidigung für unmöglich, ein Erreichen der internationalen Plätze für schwierig. So meint er gar, dass sich der Verein auch mal mit Mittelmaß abfinden müsste. Der Deutsche Meister soll sich mit Platz 9 zufrieden geben, so wie Stuttgart 2008, als nur knapp der UEFA-Cup erreicht wurde.
Wie erklärt Armin Veh dies seinen Spielern. Die sind Deutscher Meister geworden, spielen gegen Manchester United und sollen ein Jahr später sich mit Ventspils zufrieden geben?
In der Psychologie ist es erwiesen, dass eine hohe Zielvorgabe bei Schülern Ehrgeiz weckt, eine eher durchschnittliche oder gar niedrige Zielsetzung jedoch das Gegenteil bewirkt. Die Schüler werden demotiviert, da sie nicht sonderlich gefordert werden.
Sollte Armin Veh als Trainer, der eine ähnliche Rolle hat, wie ein Lehrer, nicht darum wissen? Wäre nicht zumindest der Versuch der Titelverteidigung erstrebenswert?
Armin Veh sagt, ein Titel ist nicht zu verteidigen. Warum spielt Bayern München noch in der Bundesliga?

Um es richtig zu stellen: In Wolfsburg erwartet niemand die Meisterschaft. Wir erwarten nur ansehnlichen Fußball (sei es durch eine sehr gute Taktik oder die Spielart) sowie ein Erreichen der internationalen Plätze. Wenn man das Investment betrachtet, sollte Platz 3 das Ziel sein, v.a. wenn man die Meistermannschaft halten konnte.

Armin Veh verweist gerne auf seine Stuttgarter Zeit. Er vergleicht sogar die damalige Meisterschaft mit der des VFL Wolfsburg. Dies ist jedoch, wie schon anfangs erwähnt falsch. Beide sind nicht zu verglichen, da sie unter unterschiedlichen Voraussetzungen zu Stande gekommen sind.
Die Folgen sind jedoch die Gleichen. Der Verein hat es wieder versäumt, sich adäquat zu verstärken. So wie viele Vereine in der Bundesliga. Es wurde versäumt, Schwachstellen zu beheben, die Stärken zu fördern. Das Gegenteil ist der Fall: Unser Sturm trifft dank der Spielweise nicht mehr, die Abwehr wirkt plan und – orientierungslos.

7. Fazit
Wir glauben, dass der Verein mit diesem Trainer keinen Erfolg haben wird. Erfolg heißt für uns, mindestens Fünfter zu werden. Primär ist uns aber die Spielweise wichtig. Man wird nur durch Qualität, d.h. spielerische Stärke, Ziele erreichen können. Dies ist für uns auch der entscheidende Punkt, warum wir Armin Veh als Trainer ablehnen. Wir erkennen nach einem halben Jahr immer noch keine Struktur, er offenbart in allen aufgeführten Punkten Schwächen, für die er verantwortlich zeichnet.
Armin Veh hat eine außergewöhnliche Nachfolge angetreten. Er wusste um diese Situation. Jedoch hatte er den Vorteil, eine funktionierende Mannschaft übernommen zu haben, die er sogar mit außergewöhnlichen finanziellen Mitteln nach seinen Wünschen verstärken durfte.
Das Ergebnis ist eine desorganisierte Mannschaft, die nur noch Mittelmaß darstellt. Mittelmaß, für das man nicht Millionen ausgeben muss. Mittelmaß, wo Abstiegsränge angrenzen und Mittelmaß, was keiner sehen möchte. Die Zuschauerzahlen sprechen in der Liga eine andere Sprache, aber der VFL wurde mit dem schleppenden CL Verkauf bereist abgestrafft. Mittelmaß kann und darf nicht das Ziel dieser Mannschaft sein!

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass durch einen frühen Trainerwechsel VOR der Rückrunde die gesteckten Ziele noch erreicht werden konnten. In Anbetracht der Lage, das diese Mannschaft ohne den internationalen Wettbewerb nur schwer zu finanzieren ist, haben wir Angst um unsere Meistermannschaft. Die Situation erinnert in gewisser Weise an die unter Klaus Augenthaler und Holger Fach. Auch diese Trainer verwiesen auf die Ergebnisse, die Spielweise und Mannschaftsführung ließ jedoch böses erahnen.
Ähnliches sehen wir nun auch. Der Höhepunkt ist die strukturelle Mißachtung unseres Verteidigers Andrea Barzagli. Trotz schlechter Leistungen von Alexander Madlung und Ricardo Costa bekommt er keine Chance mehr, er wird sogar mit Geldstrafen (für Schließen eines Flughafens) gedemütigt. Andere Spieler hingegen dürfen Niederlagen in Discos feiern (so geschehen nach der Nürnberg Niederlage.

Deswegen fordern wir den Aufsichtsrat auf, den Trainer und Geschäftsführer Armin Veh freizustellen und stattdessen einen anderen Trainer zu verpflichten. Gerne auch einen Ausländer, der neue Ideen in diesen Club bringt. Wir schreiben diesen Brief, um im Stadion unseren Unmut nicht Luft machen zu müssen. Geschieht allerdings nichts, so wird die Mannschaft drunter leiden und der Erfolg des Vereins ist mehr gefährdet denn je.

ich finde den Brief an den AR gut, sogar sehr gut. Es ist unsinnig darüber zu streiten das der Verfasser es als ein Schreiben aller Fans darstellen lässt. Der AR wird dies mit Sicherheit nicht glauben.

Eingangs wurde ja auch geschrieben das es laut Umfrage nicht um 100% handelt die eine ähnliche Meinung haben. Ich bezweifle das es die Mehrheit ist, aber das soll jetzt hier nicht Grundlage zur Diskussion sein.

Wie gesagt, der Brief ist gut, sachlich und lässt so auch eine Auseinandersetzung zu. Manch andere Wortäußerungen im Internet oder in Kommentaren von Zeitungen lassen das nicht zu.

Ich stimme mit dem Brief inhaltlich nicht überein, dennoch lassen sich die aufgeführten Argumente schlüssig nachvollziehen. Diese Meinungen aus Fan-Kreisen muss man zulassen und auch ernst nehmen. Fans sind genauso teil des VfL wie der Platzwart, Trainer, Mannschaft, Angestellte oder Aufsichtsrat. Überall werden Fehler begangen, es muss in jedem Fall immer sachlich damit umgegangen werden. Ich würde mir wünschen das jede Diskrepanz bei Fanmeinungen auf solcher Ebene und Niveau ablaufen würde, das würde einige Nerven sparen.

Ich hoffe auch (ernsthaft) das es eine Reaktion auf diesen Brief gibt, nicht nur von Print-Medien, sondern auch von Vereinsseite.

Es sollte hoffentlich allen klar sein, das niemand dem Verein schaden will, alle Beteiligten wollen den VfL nach vorne bringen, hierzu gibt es viele unterschiedliche Vorstellungen, die meisten sind schlüssig und plausibel, viele können richtig sein, welche die Beste ist, wird man niemals erfahren können

Der undankbarste Job der Liga

November 1, 2009 by admin  
Filed under Fans, VfL Wolfsburg

Am Samstag in der Volkswagenarena konnte man es leider wieder erleben. Wie schnell die Erwartungshaltung einer Leute steigt, aber das Fachwissen im gleichen Faktor aber offenbar abnimmt.

Dem neuen VfL-Trainer Armin Veh weht ein scharfer Wind aus Fankreisen entgegen. Er stellt die Spieler falsch ein, bringt ihnen die falsche Taktik bei, hat falsche Saisonziele und würde unruhe in die Mannschaft bringen. Ja ne ist klar. Es hätte ja auch einfach alles so weiter gehen können. Man hätte sich einen teuren Trainer von Weltruf holen sollen, dem Wolfsburg egal ist und der ansonsten nur die klappe hält und alles so laufen lässt wie Magath. Dann hätten sich unsere Gegner sehr gefreut, schließlich weiß man mittlerweile wie der VfL Meister geworden ist. Grafite und Dzeko bekommen das nun am stärksten mit. Vorbei die Zeit bei denen man einfach die Bälle nach vorne schlagen musste und ein Grafite schon irgendwie etwas draus machte oder zur Not einfach im Strafraum ein Vögelchen machten konnte. Das geht ein halbes Jahr vielleicht gut, aber nicht länger. Veh und sein Team haben das gleich richtig erkannt. Doch leider hat ein Veh schon weit vor seinem ersten Spiel als Trainer keinen guten Stand gehabt. Wenn einem schon vor den ersten Amtshandlungen am liebsten von einigen Fans der Stuhl vor die Tür gestellt wird macht es nicht einfacher. Und wenn man schon nach 5 Minuten in einem Spiel bei einem Ballverlust pfeifft, macht es auch nicht einfach. Scheinbar wünschen sich einige die Zeiten wieder zurück als hier das Trainer-Wechsel-Dich-Spielchen gespielt wurde. Magic Magath ist weg, und zwar freiwillig, das wollen viele nicht wahrhaben. Ihm war klar, das man nach einem solchen Erfolg nur verlieren kann. Da spielt auch die eigene Leistung keine Rolle, alleine die Tatsache vom Gegner anders wahrgenommen zu werden ist eine große Belastung für das ganze Team. Manche Fans werden schnell größenwahnsinnig und suchen nur um ihre Meinung von vor der Saison zu untermauern in den Rosinen. Die Naivität dieser Fans kann einem leid tun, aber vielleicht werden die ja demnächst in Kürze Schalke-Fans.

Zum Glück stellen sie nicht die Mehrheit, und zum Glück ist der VfL im Vorstand professionell aufgestellt und man weiß das alles einzuordnen.